Weihnachtsgrüße

Nach Weihnachten geht es zum Campen südlich von Perth

Hendrik Müller berichtet aus Australien von einem Jahr voller Abenteuer, Herausforderungen und großartiger Momente.

In seiner neuen Heimat Australien möchte Hendrik Müller gerne langfristig bleiben. Foto: privat

Zum dritten Mal in Folge darf ich nun Teil der Weihnachtsgrüße aus aller Welt sein, und jedes Mal erfüllt es mich mit besonderer Freude, ein Stück meiner Reise zurück in die Heimat zu senden.

Angefangen hat mein Jahr diesmal auf Bali in Indonesien. Gemeinsam mit vier Freunden, die ich auf einer früheren Reise kennengelernt hatte, mieteten wir ein Haus und feierten zusammen den Jahreswechsel. Trotz täglichem Regen verging die Zeit wie im Flug. Nur wenige Tage nach Neujahr ging es für mich zurück in meine neue Heimat Perth. Mein Ziel für dieses Jahr war klar: irgendwie einen Weg finden, langfristig in Australien bleiben zu können, und zwar ohne Plan B zu nutzen und einfach eine Australierin zu heiraten. Der vermeintlich einfache Weg war, meine in Nürtingen bei Nagel absolvierte Ausbildung in Australien anerkennen zu lassen.

Dieser einfache Weg stellte sich jedoch als deutlich komplizierter heraus als gedacht. Wochenlang musste ich auf der Arbeit Fotos und Videos von mir machen, wie ich als Mechanical Fitter (Industriemechaniker) arbeite. Danach ging es richtig ans Eingemachte: Selbst- und Fremdeinschätzungen, Tests und Videocalls – alles nur, um zu beweisen, dass ich wirklich die nötige Erfahrung habe und das Ganze wert bin. Doch selbst das reichte nicht aus, um einfach so in Australien bleiben zu dürfen. Also musste ich auch noch meine Firma überzeugen, mich für zwei Jahre zu sponsern und mir so einen wichtigen Schritt Richtung Zukunft zu ermöglichen.

Nach wochenlangem Nerven und Betteln bekam ich schließlich die erlösende Zusage: Ich bekomme ein Sponsorship. So gut diese Nachricht auch war, mir war sofort klar, welch großer Prozess nun vor mir liegen würde. Und bevor ich überhaupt damit starten konnte, musste ich gezwungenermaßen zurück nach Deutschland, weil mein aktuelles Visum abgelaufen war. Ohne Umweg direkt ins Ländle zu fliegen fühlte sich aber falsch an. Deshalb ging es zuerst noch für zwei Wochen in den Norden Thailands. Nach unzähligen Portionen Pad Thai führte mich meine Reise anschließend für zwei Wochen nach Java in Indonesien. Was ursprünglich als Entspannungsurlaub gedacht war, wurde schnell zu einem Wander- und Naturtrip: von einem Berg zum nächsten, über Vulkane und durch Teeplantagen, ohne etwas auszulassen.

Hendrik Müller - hier im Tumpak Sewu Wasserfall in Java. Foto: privat

So schön es dort war, irgendwann musste ich zurück nach Deutschland, wo mich meine Eltern schon sehnsüchtig erwarteten. Drei Wochen hielt ich es in Neckartenzlingen aus, bis ich dann doch wieder nach Perth zurückflog.

Kaum angekommen, startete der komplette Sponsorship-Prozess: unzählige Dokumente, die ich sammeln und teilweise teuer übersetzen lassen musste. Ganze zwei Monate dauerte es, bis ich endlich alles zusammen hatte und den lang ersehnten Antrag stellen konnte.

Und wie feiert man sowas am besten? Für mich natürlich mit einer weiteren Reise. Dieses Mal ging es mit einer Freundin für drei Wochen nach Sri Lanka, gefolgt von einem kurzen Abstecher nach Südkorea. Curry, Strände, Natur und Safaris – wer all das mag, ist in Sri Lanka genau richtig. Leider hatten wir nur genug Zeit, den Süden des Landes richtig zu erkunden, bevor es weiter nach Seoul ging. Der Kontrast zwischen beiden Ländern hätte kaum größer sein können. Fünf Tage in Seoul vergingen im Flug, und wie immer ging es zurück nach Perth, wo ich auf der Arbeit wieder mit offenen Armen empfangen wurde.

Mittlerweile war es schon Anfang Oktober und der Sommer in Australien stand vor der Tür.
Da ich nun das Sponsorship in der Tasche hatte und mir vorerst keine Sorgen mehr um mein Visum machen musste, wurde es Zeit für etwas, das längst überfällig war: mein erstes eigenes Auto. Gesagt, getan. Ich bin nun stolzer Besitzer eines eigenen Geländewagens, mit dem es für mich direkt über Weihnachten dieses Jahr in den Süden von Perth zum Campen geht. Und auch Neujahr ist für mich wie immer ein wichtiger Anlass, der dieses Mal in Melbourne gefeiert wird.

Das Reisen kommt nicht zu kurz. Unter anderem war Hendrik Müller in Sri Lanka. Foto: privat

Zum Abschluss möchte ich allen daheim frohe Weihnachten und eine wunderbare, entspannte Zeit mit Familie und Freunden wünschen. Das vergangene Jahr war für mich voller Abenteuer, Herausforderungen und großartiger Momente, und ich freue mich schon darauf, im nächsten Jahr neue Kapitel zu schreiben, hoffentlich weiterhin hier in Australien.

Einen guten Rutsch ins neue Jahr und liebe Grüße aus der Ferne!

Hendrik Müller

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