Weihnachtsgrüße

Die norwegische Landschaft fasziniert die vier ungemein

Anja Pfeiffer und ihre Familie haben sehr intensiv die neue Wahlheimt Norwegen erkundet.

Anja und Mike Pfeiffer fühlen sich in Norwegen genauso wohl wie ihre Kinder Louis und Mara. Foto: privat

Stavanger – bereits Mitte November wird es draußen langsam kälter. Ich sitze gemütlich vor dem Kaminfeuer. Mittlerweile sind wir schon vor fast viereinhalb Jahren nach Norwegen ausgewandert. Vor zwei Jahren hatte ich hier schon einmal Weihnachtsgrüße versendet. jetzt ist es wieder an der Zeit dafür.

Wir haben sehr intensiv unsere neue Wahlheimat erkundet –egal ob auf Wanderungen oder auch mit dem Boot neue Buchten entdeckt. Die norwegische Landschaft fasziniert uns weiterhin sehr und wir sind jeden Tag dankbar, dass wir hier leben dürfen. Beim Angeln haben Schweinswale öfters unser Boot begleitet und vor kurzem sogar ein Buckelwal. Mein Mann Mike und unser Sohn Louis lieben es, stundenlang zusammen mit dem Boot auf das Meer raus zu fahren und füllen uns fleißig den Tiefkühlschrank mit frischem Fisch.

Mike arbeitet weiterhin mit CNC-Maschinen und ist mittlerweile zum Serviceleiter für ganz Norwegen aufgestiegen. Interessanterweise sucht sein Chef am liebsten deutsche Mitarbeiter, da die sehr oft eine sehr gute Ausbildung in diesem Bereich haben. Meine Vermutung ist auch, dass Deutsche so gerne eingestellt werden, da sie lieber Überstunden machen.

Morgen haben wir den OM-dag. Das ist ein Missionstag, an dem Kinder der achten und neunten Klasse einen Tag in einer Firma arbeiten und das Gehalt für ein Missionsprojekt gespendet wird. Louis darf mit seinem Papa zu Kunden fahren und unsere Tochter Mara wird in einem Geschäft mit viel Dekoartikeln arbeiten.

Mara ist mit dem Zug alleine zu vielen Firmen gefahren und hat sich persönlich beworben. Das schöne hier ist, daß die Kriminalitätsrate sehr niedrig ist. Deshalb fährt Mara auch oft mit dem Zug nach Stavanger und trifft sich mit Freundinnen.

Schon vor kurzem hat die Klasse von Louis zwei Tage im Wald für das Forstamt gearbeitet. Anstatt Schule war schaufeln angesagt. Lange Entwässerungsgräben mussten um den Wald gebaut werden. Der Muskelkater hat danach nicht lange auf sich warten lassen, aber der komplette Erlös der Klasse konnte ebenfalls für das Missionsprojekt gespendet werden.

Die Straße Fargegaten in Stavanger verzaubert nicht nur mit ihren bunten Häusern, sondern gerade im Winter mit den vielen zauberhaften Lichtern. Foto: Senner

Ich arbeite jetzt seit drei Jahren als Tourguide und freue mich immer wieder aufs Neue, wenn ich es geschafft habe, meine Gäste von Norwegen zu verzaubern. Bisher habe ich immer hauptsächlich für die Kreuzfahrtschiffe der Aida gearbeitet und viele Touren in Stavanger bis Haugesund geführt.

Seit diesem Jahr habe ich mich noch zusätzlich selbständig gemacht und biete Privattouren an – egal ob Stadtführungen, Wanderungen zum Beispiel zum Preikestolen oder zu Wasserfällen, Führungen durch ein Kloster, das Erdölmuseum oder Eisenzeitfarm. Am meisten genieße ich es, wenn ich für meine Gäste individuelle Touren nach den jeweiligen Interessen zusammen stellen und ich es ihnen zeigen darf. Jeder Arbeitstag ist ein neues Abenteuer und es wird niemals langweilig.

Die Stadt Stavanger hat mich in ihren Bann gezogen - eine norwegische Stadt, die unglaublich bunt und mediteran ist. Der alte Stadtteil Gamle Stavanger besticht durch seine 173 Denkmal geschützten, weißenHäuser, den bunt lackierten Türen, das alte Kopfsteinpflaster und jede Stadtführung fühlt sich wie eine kleine Zeitreise an. Die Fargegaten, das ist die bunte Straße von Stavanger, verzaubert durch seine vielen Farben.

In den letzten Tagen beginnt Norwegen zu leuchten - viele schmücken bereits im November ihre Häuser mit Lichterketten. Dadurch erstrahlt die Dämmerung und verleiht der dunkleren Jahreszeit einen ganz besonderen Glanz. Es zeigt auch, dass Weihnachten näher rückt.

Leider können wir die Weihnachtsfeiertage dieses Jahr nicht mit unserer Familie verbringen. Hier in Norwegen haben viele Autos sogenannte Pigg dekk. Das sind Winterreifen mit Spikes. Die sind an der Küste sehr praktisch, aufgrund des vielen Eises. Leider können wir deshalb mit unserem Auto im Winter nicht nach Deutschland fahren, da diese Winterreifen in Deutschland nicht erlaubt sind. Da wir unsere zwei Hunde Herr Chico und Thiana haben, ist fliegen immer organisatorisch nicht so einfach.

Nordlichter – ein absolut traumhafter Anblick. Foto: privat

Trotzdem wünschen wir unserer Familie in Unterensingen, Wernau und Urbach wunderschöne Weihnachten. Im Herzen sind wir bei Euch.

Auch unseren Freunden senden wir ganz herzliche Weihnachtsgrüße. Wir vermissen die alljährliche Polarparty zwischen Weihnachten und Silvester mit Euch. Mittlerweile bestehen schon alle norwegischen Freunde auf diese Grill-Polarparty bei uns.

Rutscht alle gut in das neue Jahr und fühlt Euch umarmt!

Anja und Mike Pfeiffer mit
Louis & Mara

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