NÜRTINGEN. Auch in diesem Jahr ruft das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ vom 22. bis 28. Juni dazu auf, Menschen zusammenzubringen, Begegnungen zu schaffen und über das Thema Einsamkeit zu sprechen.
Mittlerweile wird Einsamkeit auf allen politischen Ebenen diskutiert, von einzelnen Kommunen bis zum Parlament der Europäischen Union. Einsamkeit ist keine Krankheit, Einsamkeit kann aber krank machen. Einsamkeit kann zur Entstehung, Aufrechterhaltung und Verschlimmerung vieler Erkrankungen beitragen.
Je weniger Zeit wir für soziale Kontakte haben, desto höher ist das Risiko für Einsamkeit. Es sind alle Altersgruppen betroffen. In Selbsthilfegruppen können Menschen erfahren, dass sie in ihrer Erkrankung oder mit ihrem Problem von der Gruppe getragen werden und ebenso die anderen unterstützen.
Die Selbsthilfekontaktstelle im Bürgertreff Nürtingen, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert, hat Kontakt zu fast 80 Selbsthilfegruppen im Altkreis Nürtingen und darüber hinaus. Sie bietet Beratung, veranstaltet Informationsangebote zu verschiedenen Gesundheitsthemen und unterstützt Interessierte bei der Gründung einer Selbsthilfegruppe. Ihr Ziel ist es, Menschen mit chronischen Erkrankungen zu unterstützen und zu stärken.
Silvia Sollner welche die Selbsthilfekontaktstelle leitet, zitiert zum Thema Einsamkeit Noreena Hertz: „Ohne Orte, die uns zusammenbringen, ist es unvermeidbar, dass wir uns immer weiter voneinander entfernen“.
In der Aktionswoche zum Thema Einsamkeit im Juni finden im Bürgertreff Nürtingen Treffen von Selbsthilfegruppen zum Thema Depression, Zwangserkrankungen, Bipolaren Störungen und zum Thema Sucht statt. Außerdem wird eine Selbsthilfegruppe für Angehörige psychisch Erkrankter gegründet.