Oberboihingen

Geschichte und Sagen rund um Altenriet

Bei der Kirche in Altenriet Foto: Albverein

OBERBOIHINGEN. Der Einladung unter Wanderführer Richard Weiß zur Wanderung „Geschichte und Sagen“ in und um Altenriet folgten bei herrlichem Wanderwetter 31 Interessierte.
Nach einer geschichtlichen Einführung auf dem Festplatz folgte ein erster Stopp bei einer Info-Tafel. Danach führte der Weg dem Trauf zum Neckartal entlang ins Naturdenkmal „Steinbrüche Steigländer“, in denen bis in die 1930er-Jahre in mühevoller Handarbeit Stubensandstein abgebaut wurde.
Auf der ehemaligen Alten Steige und durch die Streuobstwiesen ging es weiter zum Kastanienbaum, dem noch immerwährenden Jugendtreff, und den Steig hoch zur Panoramastraße. Dort zeigte sich mit der Aussicht zur Burg Hohenzollern, über die Reutlinger Achalm, den Hohenneuffen, der Burg Teck bis zu den Kaiserbergen bei Göppingen.
In der Kirchstraße gab es Erläuterungen zum möglichen ehemaligen Standort der Burg Altenriet, der Kirchenrenovierungen und dass es sich bei der Mauer um die Kirche trotz vorhandener Schießscharten ähnlicher Durchlässe keineswegs um die Burgmauer, sondern um die erst 1712 bis 1714 einen Holzzaun ersetzende Einfriedung des alten Friedhofs um die Kirche handelte.
Auf dem schmalsten öffentlichen Weg Altenriets, hintereinandergehend, gings ins „obere Gässle“. Erläuterungen gab es zu dem dort stehenden, um 1565 erbauten Haus, so zeigt es die im Steinbogen eingemeißelte Zahl über der früheren Stalltür, zu einem Haus, das 1823 mit den Steinen des Burgfrieds der bereits 1525 abgegangenen Burg Neuenriet erbaut wurde und dem Standort der im 15. Jahrhundert dort vorhandenen Scheune des Widdumhofs.
Weißwurst mit Brezel, Bier, Most, Destillaten und Saft, die letzteren drei aus eigener Produktion, servierte dann Reiner Armbruster in den extra zur Verfügung gestellten früheren Räumen der nicht mehr öffentlichen „Küfer's Brennstub“.
Jetzt wurde auch die vom Wanderführer aufgeworfene Frage geklärt, was denn ein Glockenturm auf dem Ausstellungsgebäude eines Autohauses soll und dass es bei den Vorfahren der gastgebenden Familie Armbruster sowohl das Küferhandwerk als auch Schulmeister und Bürgermeister gab. Weitere Erläuterungen um die Sagen der Erfindung der Brezel folgten, unter anderem um die des tödlich endenden Streits zweier Kinder um eine Brezel auf der Neckarbrücke.
Der guten Stimmung geschuldet, war der Aufbruch zum zweiten Teil der Wanderung etwas zögerlich. Entlang der Hauptstraße ging es am ehemaligen Gasthaus und Metzgerei Linde (früher mit Aussichtsplattform für den Albverein, heute reines Wohngebäude), an der Schule und dem 1970 erbauten und im Dezember 2025 durch einen Brand zerstörten Kleintierzüchterheim vorbei zum mit 420 m üNN fast höchsten Punkt von Altenriet am ehemaligen Standort des Trinkwasserspeicherbehälters.
Zurück im Ort und über den Speicherbeckenring führte der Weg am Friedhof vorbei ins Höllbachtal. Der Blick auf die Kaiserberge Göppingens begeisterte auf dem Weg zurück zum Ausgangspunkt. Der Dank galt zum Schluss dem Wanderführer für diese erlebnisreiche Wanderung.

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