NÜRTINGEN. Samstagabend, 19 Uhr: Chorleiterin Susanne Dünnebier hebt in St. Johannes die Hände, um 16 „sympathisch-singverrückte“ Damen durch ein Konzert zu führen. Mehr als 100 Besucher kamen und erlebten ein Programm von bemerkenswerter musikalischer Qualität. Die zumeist „A capella“ vorgetragenen16 Kompositionen für bis zu fünf gleiche Chorstimmen kreisten inhaltlich um Frieden und Liebe, damit knüpften „Die Damen“ an ihr erstes Konzert vor zehn Jahren an, das ebenfalls in diesem Kirchenraum stattfand.
Das Jubiläumsprogramm mit Werken aus fünf Jahrhunderten zeichnete die Entwicklung europäischer Musikstile und Epochen eindrucksvoll nach. Fünfmal erklang ein „Da pacem, Domine“ – von B. Resenarius bis zu Hugo Distler. Besonders wirkungsvoll klang der Chor im Werk von M. van Lengerich, als alle Sängerinnen im gesamten Kirchenraum verteilt sangen. Beeindruckend war auch der Tonumfang des Ensembles von mehr als zweieinhalb Oktaven bis hinauf zum dreigestrichenen C sowie die große dynamische Bandbreite vom feinen Pianissimo bis zum kraftvollen Fortissimo.
Zeitgenössische Komponisten wie Arnesen setzten zum Thema „Caritas“ einen bewegenden Schlusspunkt. Die professionelle Stimmbildung der Gesangspädagogin und Konzertsängerin Susanne Dünnebier zeigte erneut, welches Niveau 16 individuelle und doch zu einem homogenen Klangkörper geformte Frauenstimmen erreichen können. Diese Qualität zeigte sich sowohl im Gesamtklang als auch in den solistischen Besetzungen.
Mehrfach begleitet wurden die Damen von Johanneskantor Andreas Kaiser am E-Piano. Besonders in einer freitonalen Improvisation zeigte er einen sensiblen Umgang mit dem Instrument. Die Einnahmen des Abends gingen an die Alte Seegrasspinnerei. Ihr wünscht man, passend zur ausgewogenen Schlussoktave des Konzerts, eine ebenso harmonische Zukunft. Das Publikum dankte den Künstlerinnen mit stehenden Ovationen für einen gelungenen Konzertabend, der mit Mendelssohn Bartholdys „Verleih uns Frieden gnädiglich“ programmatisch eröffnet worden war.