Licht der Hoffnung

Das Feuer der Hoffnung

Licht der Hoffnung: Der Buena Vista Taeles Club begeisterte bei der Dreikönigsparty zugunsten der guten Sache im Schlachthof

Tolle Stimmung herrschte bei der Dreikönigsparty mit dem Buena Vista Taeles Club im Schlachthofbräu. Fotos: Gauß

Wenn’s ordentlich rockt, dann kommt auch unsere Aktion „Licht der Hoffnung“ gewaltig ins Rollen. Das erlebte man vorgestern Abend einmal mehr im Nürtinger Schlachthofbräu. Bei der traditionellen Dreikönigsparty für die gute Sache. Diesmal ließ es der Buena Vista Taeles Club krachen.

NÜRTINGEN. Die Gents, die über ein Jahrzehnt hinweg mit den Hits aus der goldenen Ära des Beat den Saal zum Kochen gebracht hatten, mussten heuer passen. Aber Andreas Warausch, Volker Haußmann, Stefan Weber und Matthias Kamp waren alles andere als eine Notlösung, sondern setzten ganz eigene Akzente. Und dadurch auch ein ganz dickes Ausrufezeichen.

Ein anderer Musikstil – das bedeutete auch: ein zu einem nicht unerheblichen Teil anderes Publikum. Aber das macht ja gerade den Reiz beim „Licht der Hoffnung“ aus: dass sich so viele begeistern lassen. Über alle Altersgrenzen und musikalischen Stilrichtungen hinweg.

Viele Oldies hatte auch die Taeles-Truppe im Gepäck. Aber so gut wie gar nicht im originalen Gewand. Sondern stets im kunterbunten Buena-Vista-Kostüm. Mit einer Fülle von Farbtupfern. Da kann dann Jimi Hendrix’ „Hey Joe“ schon mal Anklänge an „La Bamba“ aufweisen, eher swingend denn düster daherkommen – aber das stört nicht. Man vermag den Song dadurch ganz neu zu erleben.

Tolle Stimmung – und ein fantastischer Erlös für unsere Aktion

Man schmort dabei indes nicht nur im englischzüngigen Saft, auch Deutsch kommt beim Buena Vista Taeles Club durchaus zu seinem Recht. Und wahrlich nicht nur als Fußnote oder Mauerblümchen. Vielleicht ist Sänger Andy Warausch gerade da am stärksten, wenn er spüren lässt, dass diese Lieder nicht nur eine Verpackung, sondern auch einen Inhalt haben: Udo Lindenbergs wundervoll-wehmütiges „Cello“ etwa oder Tim Bendzkos herrlich-ironisches „Muss nur noch kurz die Welt retten“.

Neuling Matthias Kamp wiederum bestand seine Feuertaufe, indem er Sänger Warausch bei Bill Withers’ „Ain’t no sunshine“ mit seinem Bass in sonorer Hartnäckigkeit zu einer Top-Leistung trieb. Volker Haußmann mit seiner Gitarre brillierte (nicht nur) bei seinem Solo in Jim Croces „I’ve got a name“ – einem wunderschönen Lied, das völlig zu Unrecht damals wie heute eher ein Schattendasein führt.

In Aktion: Buena-Vista-Sänger Andreas Warausch an der Gitarre und Stefan Weber an der Cajon.

Stefan Weber agierte in aller Regel (zumeist mit der Cajon, manchmal mit dem Akkordeon) bescheiden im Hintergrund. Setzte aber just dadurch immer mal wieder das Tüpfelchen aufs i.

Schon die Titel, die hier bisher aufgezählt wurden, zeigen: das Repertoire des Buena Vista Taeles Clubs ist keineswegs eindimensional. Und auch nicht von der Stange. Die Truppe hat sich ihr Programm maßgeschneidert, gesucht und gefunden, was denn am besten zu ihr passt – und es dann nicht aus Not, sondern aus purem Vergnügen für sich zurechtgeschneidert. Aber immer mit Respekt. Daran liegt es, dass alles unheimlich locker daherkommt und nichts „verzwungen“ (wie der Schwabe zu sagen pflegt) erscheint.

Und so hatte der Abend denn auch zumindest zwei Gesichter: Im ersten Teil war es erst mal eine Art „Get-together“ zum neuen Jahr, bei dem man sich freute, sich mal wieder zu sehen, sich alles Gute wünschte und die Songs eher als Hintergrundmusik zum Smalltalk genoss. Was den Qualitäten der Musiker nicht immer gerecht wurde, aber wohl nicht zu vermeiden war.

Im zweiten Teil liefen dann freilich Musiker und Publikum zur Höchstform auf. Nicht zuletzt wegen der Ohrwürmer und Kult-Songs der verschiedensten Rock- und Pop-Epochen. Da brachte etwa Lindisfarnes „Meet me at the corner“ schottisches Pub-Feeling in den Schlachthofbräu, da brodelte es beim echten „La Bamba“ wie einst zu Trini Lopez’ Zeiten, da flippte man bei Shocking Blues „Venus“ gemeinsam aus – und „Blue Suede Shoes“ und der „Jailhouse Rock“ ließen spüren, dass die alten Elvis-Songs eben Kracher sind, die nie verglühen und immer wieder zünden. Und nicht nur zur Jahreswende.

Je weiter es in Richtung Mitternacht ging, desto kräftiger wurde da ein Feuerwerk der Lebensfreude abgebrannt. Das „Light my fire“ der Doors war da regelrecht Programm. Nicht nur ein Licht konnte man da erleben, sondern ein Feuer im Zeichen der guten Sache. Ein wahres Feuerwerk der Hoffnung.

Das spiegelte sich auch im Erlös des Abends wider. Die Endabrechnung liegt zwar noch nicht exakt vor: Aber weit über 200 Fans des Buena Vista Taeles Clubs sorgten dafür, dass sich die sechs Projekte dieses Jahres über mindestens 1800 Euro mehr freuen können. Einfach klasse!

Zur Startseite