Herbert Schölch-Heimgärtner, Neuffen. Zum Artikel „Der CDU-Jungstar und der Altkanzler“ vom 18. Dezember.
Welch ereignisreiches Leben Manuel Hagels, der Jahre zurückliegende „Begebenheiten“ als kürzliche Erlebnisse ausgibt. Ein Lob der hinterfragenden Berichterstattung! Hagels nostalgische Gefühle für die „Agenda 2010“, die eigentlich die Handschrift der Union trägt, aber von Kohl schlicht ausgesessen wurde: Nie gab es so viel Reformstau wie unter Kohl und Merkel. Dass die Merz-Regierung nun vorrangig all die Errungenschaften der produktiven Ampel-Zeit – Umweltschutz, Bürgergeld, Wahlrecht – rückabwickeln und viel Energie auf Vergangenheitslösungen verschwenden will, passt zu dieser Unions-Nostalgie Hagels. Wer im Internet „Agenda 2030“ sucht, findet eine UN-Agenda für die nachhaltige Entwicklung bei der Transformation unserer Welt. Wer unter „Agenda 2030 CDU“ sucht, findet ein Parteidokument, das den Reichsten dient und Klimapolitik sabotiert. Wo aber Verantwortung für die Zukunft verweigert wird, wächst Rechtspopulismus. Populistisch ist auch, nicht prüfbare Geschichtchen als aktuell erlebte zu erzählen. Wäre Hagel in der Wirklichkeit orientiert, hätte er wissen müssen, dass Schröder von einstigen Weggefährten wegen seiner distanzlosen Nähe zu Putin gemieden wird, nicht wegen Hartz IV. Und hätte geahnt, dass die Agenda 2010 nie ein Projekt einer Landesregierung sein konnte. Auch die andere Hagel-Schlagzeile, in der er eine Interview-Absage wegen Nicht-Genderns erlebt haben will, ist auf 2017 datiert – Genaueres: vergessen. Fast einhellige Meinung: frei erfunden. Dass Hagel aber das Opfer einer Satiresendung wie „Extra3“ gewesen sein könnte, die gerne humorbefreite Empordringlinge bloßstellt, ist mangels Bekennervideos leider nur Vermutung. Tiefste Ironie: ein humorloser vorgestriger Streber mit dem geschniegelten Charme eines Handelsvertreters muss gegen den gestandenen Urschwaben Özdemir Stimmung machen und sich als Alternative aufplustern. Aber so billig?
Leserbriefe | 09.01.2026 - 05:00
Bücherei nicht aufgeben
Eberhard Schmid, Aichtal-Grötzingen. Zum Artikel „Aichtalerin kämpft für den Erhalt der Bücherei“ vom 29. Dezember.
Das Aus für die Bücherei kann nur von Personen im Gemeinderat befürwortet werden, die entweder nur aufs Geld schauen oder noch nie in ...
Leserbriefe | 09.01.2026 - 05:00
Für ein Böller-Verbot
Fritz Matthäus, Nürtingen.
Die alljährlichen Ereignisse rund um die Silvesternacht sind erschreckend. Es gibt eine Petition zum Verbot privater Böllerei, welcher jeder beitreten kann, und die bereits mehr als drei Millionen Unterstützer hat. In den ...