Leserbriefe

Steuern sind Lebenszeit

Thomas Sturm, Aichtal-Grötzingen. Zum Leserbrief „Gerade so die Kurve bekommen“ vom 29. Mai.

Der Zuschuss für die Musikschule in Neckartailfingen ist Steuergeld. Steuergeld, das die Bürger mit ihrer Arbeit erwirtschaftet haben. Dafür haben sie einen Teil ihrer Lebenszeit eingesetzt. In diesem Sinne sind Steuern auch ein Stück Lebenszeit der Bürger. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn die Politik – auch in Aichtal, Stuttgart und Berlin – mit diesem Geld noch respektvoller und verantwortungsbewusster umgehen würde, auch bei Zuschüssen für Musikschulen und ähnliche Einrichtungen.

In Aichtal ist unser Schwimmbad in Neuenhaus marode und müsste dringend saniert werden. Das können wir uns derzeit nicht leisten, weil das Geld fehlt. Hat sich Neckartailfingen eigentlich bereit erklärt, sich an den Kosten zu beteiligen? Unsere Bücherei im Helenenheim muss geschlossen werden. Die Sanierung unseres Rathauses wurde gestoppt, weil die finanziellen Mittel nicht mehr vorhanden sind. Unsere Mitarbeiter im Rathaus müssen deshalb weiterhin unter beengten Verhältnissen arbeiten. Auch der Hindenburgplatz kann nicht hergerichtet werden. All das und vieles mehr können wir uns in Aichtal nicht mehr leisten. Anderen Städten und Gemeinden geht es nicht besser.

Ich verstehe nicht, warum sich Gemeinderat und Bürgermeister bei der Musikschule entschuldigen sollen, wenn sie diese trotz der angespannten finanziellen Lage der Stadt Aichtal weiterhin großzügig unterstützen. Wir Bürger müssen lernen, unser Anspruchsdenken gegenüber dem Staat etwas zurückzunehmen.

Was mir in dem Leserbrief völlig gefehlt hat, ist ein Dankeschön an die steuerzahlenden Aichtaler Bürger, die diesen Zuschuss finanzieren, und an die Gemeinderäte, die in schwierigen Zeiten über Kürzungen und Streichungen entscheiden müssen. Stattdessen werden die Stadträte kritisiert, obwohl sie derzeit sicherlich keine einfachen Entscheidungen zu treffen haben.

Zur Startseite