Norbert Frommherz, Oberboihingen.
Mit großem Unverständnis nehme ich zur Kenntnis, dass die Frauen der TG Nürtingen trotz ihres sportlich herausragenden Erfolgs keine Chance auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga erhalten. Die Mannschaft hat in der 2. Bundesliga einen starken zweiten Platz belegt und sich diesen Erfolg hart erarbeitet. Doch statt auf dem Spielfeld über Aufstieg oder Nichtaufstieg zu entscheiden, scheitert alles an Vorgaben, die mit dem eigentlichen Sport nur noch wenig zu tun haben.
Begründet wird die verweigerte Lizenz damit, dass die Sporthalle beziehungsweise die Sporlastic Arena nicht für 1500 Zuschauer zugelassen ist. Doch genau hier stellt sich die Frage, warum im Frauenhandball Maßstäbe gelten, die an der Realität vieler Vereine vorbeigehen. Diese Sportart lebt weder von üppigen Fernsehgeldern noch von millionenschweren Sponsorenverträgen. Solche Vorgaben wirken daher nicht fördernd, sondern realitätsfern und abschreckend. Wenn kleinere Vereine sportlich erfolgreich arbeiten, junge Spielerinnen entwickeln und sich ihren Platz an der Spitze verdienen, dann sollte genau das zählen. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass bürokratische und wirtschaftliche Anforderungen mehr Gewicht haben als Leistung, Einsatz und sportlicher Erfolg.
Wenn eine Mannschaft nicht einmal Relegationsspiele bestreiten darf, obwohl sie sich diese sportlich verdient hat, dann läuft etwas grundlegend falsch. Der sportliche Erfolg darf nicht zur Nebensache werden. Wer den Leistungsgedanken im Handball ernst nimmt, muss Vereinen wie der TG Nürtingen eine faire Chance geben, statt sie an überzogenen Vorgaben scheitern zu lassen. Andernfalls verliert der Handball Glaubwürdigkeit, Leidenschaft und sportliche Gerechtigkeit. Die Verantwortlichen bei der HBF sollten deshalb dringend prüfen, ob ihre Regeln den Sport fördern oder ihn ausbremsen.
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