Dorothea Röcker, Nürtingen. Die „Bebauung westlicher Neckar“ ist offensichtlich ein ganz besonderes Projekt und erregt die Gemüter. Hier eine Bilanz: Städtebaulicher Wettbewerb, Siegerentwurf mit vier Punkthäusern an der Straße. Infoabend über Hotelpläne, trotz viel Kritik Verkaufsbeschluss an Investor. Bürgerbegehren, 4701 Unterschriften, sechs Gemeinderatsbeschlüsse, drei wieder zurückgenommen, die Rahmenbedingungen bleiben bestehen. Ergebnislose Kompromissgespräche, keine Mediation. Das Projekt wird zur Chefsache erklärt. Mit einer „Repräsentativen Bürgerbeteiligung“ soll das Chaos aufgelöst werden, „mit einem Format, mit dem alle leben können“, versprach der OB. Und dann kam doch wieder alles anders. Schon die Auswahl der „Zufallsbürger“ stand in der Kritik. Die erste Veranstaltung musste wegen mangelhafter Vorbereitung vertagt werden. In der zweiten waren noch 15 Personen da. Ihnen wurden vier im Auftrag der Stadt erstellte Planvarianten vorgelegt. Der Siegerentwurf, um den es beim Bürgerbegehren ging, hing abseits in der Ecke. Es fällt auf, dass außer den verbliebenen „Zufallsbürgern“ nur Menschen zu Wort kamen, die von der Stadt bezahlt wurden. Gemeinderäte hatten Redeverbot. Publikum war nicht zugelassen.
Weil eben nicht alle mit so einem Format leben können, wurde eine Einwohnerversammlung von der NT 14 beantragt und vom Gemeinderat beschlossen. Trotzdem will OB Heirich jetzt auf Basis eines Plans mit noch größerer Bebauung einen „Investoren- und Architekten-Wettbewerb“ ausloben. Was soll das? Das kostet 150 000 Euro und schafft Tatsachen, die der Stadt nicht guttun, wenn man doch endlich mit den Bürgern in Dialog kommen will. Wie will man in Nürtingen ein wichtiges Thema im Sinne der Gemeindeordnung mit den Bürgern „erörtern“, wenn die Entscheidung schon gefallen ist?
Am Dienstag, 12. Februar, ist das Thema im Gemeinderat. Ich werde da sein. Ich will sehen und hören, wer welche Position vertritt und wem ich im Mai noch einen Vertrauensvorschuss geben kann. Eigentlich sollten das alle Nürtinger tun, die nicht länger sagen wollen: „Die machen ja doch nur was sie wollen“. Und für alle Erstbesucher: Gemeinderat ist manchmal unterhaltsamer als Fernsehen!
Leserbriefe | 21.03.2026 - 05:00
Die folgenschwerste Fehlentscheidung
Kurt Schneider, Unterensingen. Zum Artikel „EU-Chefin: Atomenergie ist die Zukunft“ vom 11. März.
Der Atomausstieg war nicht mehr und nicht weniger als das Todesurteil für Deutschland als Industrienation. Jetzt rufen die ideologischen Brandstifter ...
Leserbriefe | 21.03.2026 - 05:00
Knackig und treffend zusammengefasst
Rita Amer, Aichtal-Aich. Zum Artikel „Der Iran-Feldzug wird zum Horrortrip“ vom 12. März.
Bravo, Herr Seibert! Sehr kurz, knackig und treffend zusammengefasst und alles durchschaut! Dieses Fiasko wird die Menschheit teuer zu stehen kommen.