Leserbriefe

Lebensqualität braucht Platz

Ralf Epple, Frickenhausen. Zum Artikel „Festo baut 1300 Stellen ab“ vom 9. Mai.

Nun also auch Festo. Die Region verliert tausende Arbeitsplätze und viele treibt die berechtigte Sorge um, wie es weitergehen soll. Erst recht dann, wenn man in der Region verwurzelt ist und der Nachwuchs keinen Job bekommt. Ich sehe aber nicht alles schwarz. Seit mehr als 20 Jahren deklariere ich meine eigene Heimat als „zu voll“. Zu voll mit Industrie, Firmen, Verkehr, Straßen, Lärm, Baustellen.

Das mindert Lebensqualität, verstärkt die Wohnungsnot und verteuert Immobilien dramatisch. Vielleicht tut es uns mal ganz gut, wenn man sich gesundschrumpfen würde. Mein früherer Kollege hat sich bereits verabschiedet und ist zur Rente in die Region Dresden gezogen. Grund? Bessere Lebensqualität, bezahlbarer und vor allem verfügbarer Wohnraum machen seinen Ruhestand unbeschwerter.

Ich selbst habe mir über Jahre hinweg verschiedene Regionen samt Immobilien in Deutschland angesehen und schaue gerade auch viel nach Frankreich. Dort gibt es unzählige hochwertige Immobilien für einen Bruchteil des hiesigen Preises mit Parkplatz und großem Garten. Landhaus gegen enge 3-Zimmer-Wohnung sozusagen. Bei den hohen Abfindungen, die aktuell teilweise gezahlt werden, wäre ein Wohnortwechsel eine Option, um der Angst vor Mitpreiserhöhungen und Mietkündigungen sowie der Parkplatznot zu entkommen. Eine bessere Verteilung der Arbeitsplätze über Deutschlands Regionen täten dem Land gut. Lebensqualität ist nicht nur „maximale Wirtschaft“, sondern eine gelungene Kombination aus allem. Wichtigster Punkt: Es muss Platz da sein.

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