Prof. a. D. Helmut Kern, Neckartenzlingen. Zum Artikel „Ärzte streiten über den Wert der Homöopathie“ vom 10. Februar.
Im Artikel geht es eigentlich um das Abschaffen einer Therapie. Dazu soll zuerst die Weiterbildung auch in Baden-Württemberg gestrichen werden. Ein entsprechender Antrag sei bereits in einer Vertreterversammlung der Landesärztekammer eingebracht. Im Herbst solle darüber entschieden werden. Doch es geht ja nicht um das Verschwinden einer Zusatzbezeichnung nach einer Weiterbildung, wie im Artikel dargestellt, sondern um das Streichen einer ganzen Therapierichtung.
Geflissentlich wird übersehen, dass es tausende RCT-Studien (randomized, controlled, trial) gibt – ein Studiendesign, das zum Goldstandard gehört, bei dem in Doppelblindstudien positive Effekte von homöopathischen Mitteln nachgewiesen wurden. Der Esslinger Hausarzt und Internist Jürgen de Laporte wird als einer genannt, der für den Erhalt der Homöopathie kämpfe. Warum wird sein akademischer Grad „Dr. med.“ nicht erwähnt, warum nicht seine Funktion in der Standesvertretung? Schließlich wird er auf der Homepage der Landesärztekammer Baden-Württemberg genannt als Vizepräsident der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg. Sollte nicht deutlich werden, dass ein Arzt in dieser Position sich für den Erhalt der Homöopathie einsetzt? Ich kann, wie viele andere Menschen auch, bestätigen, dass Homöopathie auch bei schweren Krankheiten hilft. Ehe sich Ärzte über den Wert der Homöopathie streiten, sollten die Erfahrungen der Patientinnen und Patienten erhoben und ernst genommen werden.
Wir haben das Recht auf Wahlfreiheit von Therapieformen, die Heilungserfolge haben. Patienten brauchen Ärzte, die über ein möglichst breites Repertoire von Therapiemöglichkeiten verfügen, Ärzte, die sich nicht nach Vorstellungen der großen Pharmazieunternehmen richten, sondern unabhängig von Lobbyarbeit therapieren. Soll die Weiterbildung in der Homöopathie erhalten bleiben, müssen wir Patienten uns dafür einsetzen.
Es darf nicht sein, dass in naher Zukunft keine homöopathischen Heilmittel mehr verschrieben werden dürfen, weil von den Krankenkassen nicht mehr anerkannt. Firmen, die auf homöopathische Arzneimittel spezialisiert sind, werden schließen müssen. Am Ende sind die Patienten die Leidtragenden, deswegen: Homöopathie muss erhalten bleiben.
Leserbriefe | 21.03.2026 - 05:00
Die folgenschwerste Fehlentscheidung
Kurt Schneider, Unterensingen. Zum Artikel „EU-Chefin: Atomenergie ist die Zukunft“ vom 11. März.
Der Atomausstieg war nicht mehr und nicht weniger als das Todesurteil für Deutschland als Industrienation. Jetzt rufen die ideologischen Brandstifter ...
Leserbriefe | 21.03.2026 - 05:00
Knackig und treffend zusammengefasst
Rita Amer, Aichtal-Aich. Zum Artikel „Der Iran-Feldzug wird zum Horrortrip“ vom 12. März.
Bravo, Herr Seibert! Sehr kurz, knackig und treffend zusammengefasst und alles durchschaut! Dieses Fiasko wird die Menschheit teuer zu stehen kommen.