Horst Gerstenberger, Wendlingen. Zum Artikel „Mehr als jeder fünfte Wendlinger nutzt die Bürger-App“ vom 21. Januar.
Die Gesellschaft wird zunehmend digital. Das ist grundsätzlich zu begrüßen, und auch ich verschließe mich dieser Entwicklung nicht. Doch Digitalisierung darf nicht dazu führen, dass Teile der Bevölkerung abgehängt werden. Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte garantiert die Würde und Gleichheit aller Menschen, Artikel 21 der EU-Grundrechtecharta verbietet Diskriminierung – auch aufgrund des Alters. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wo bleiben die Bürgerinnen und Bürger, die kein Smartphone oder keinen Internetzugang haben? Und was ist mit jenen, die digitale Angebote nicht nutzen können?
Digitalisierung darf nicht zum Ausschluss oder zur Benachteiligung einzelner Gruppen führen. Besonders Seniorinnen und Senioren werden zunehmend von Mobilität, gesellschaftlicher Teilhabe und Selbstbestimmung ausgeschlossen, wenn zentrale Dienstleistungen nur noch digital zugänglich sind. Der Staat steht hier in der Verantwortung, sicherzustellen, dass alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen Zugang zu Verwaltung und öffentlichen Angeboten haben.
Analoge Alternativen sind deshalb nicht überholt, sondern ein notwendiges Recht. Länder wie Dänemark oder Estland zeigen, dass Digitalisierung und Wahlfreiheit kein Widerspruch sein müssen: Dort existieren gezielte Angebote für Menschen, die digitale Dienste nicht nutzen können oder wollen. Garantierte analoge Alternativen sichern Wahlfreiheit, Würde und Inklusion.
Digitalisierung ist sinnvoll und notwendig – sie darf jedoch nicht auf Kosten der Menschenrechte gehen. Seniorinnen und Senioren haben ein Recht auf Wahlfreiheit. Eine moderne Gesellschaft ist nicht nur digital, sondern vor allem menschlich, inklusiv und für alle da.
Leserbriefe | 07.02.2026 - 05:00
Kein Platz für Rechtsextremismus
Renée-Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Artikel „AfD-Kandidat Felix Schneider will Direktmandat holen“ vom 4. Februar.
Wenn ich lese, dass ein Kandidat der als gesichert rechtsextrem eingestuften und damit verfassungsfeindlichen AfD im Wahlkreis ...
Leserbriefe | 07.02.2026 - 05:00
An die Kurzparker denken
Kuno Giesel, Nürtingen. Zum Leserbrief „Wird das Projekt Gleis 13 zur Zerreißprobe?“ vom 5. Februar.
Als ich den Bericht gelesen habe, gingen mir sofort die „Kurzparker“ an dem Wohn-Gebäude an der Neuffener Straße (auf dem Gelände der alten ...
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