Gesundheit im Alltag
Vitamine verstehen: Wie sie den Körper schützen – Expertentipps aus den Medius-Kliniken
Vitamine im Check: Gabi Uhlmann, Diätassistentin bei den Medius-Kliniken, erklärt, wie sie Immunsystem, Zellen und Stoffwechsel unterstützen.
Vitamine sind lebenswichtige organische Verbindungen, die unser Körper für zahlreiche Funktionen benötigt – etwa für den Stoffwechsel, das Immunsystem, die Blutbildung oder den Schutz der Zellen. Anders als Kohlenhydrate, Fette oder Eiweiße liefern Vitamine keine Energie, sind aber unverzichtbar, damit viele körperliche Prozesse reibungslos ablaufen.
„Vitamine sind so etwas wie kleine Helfer im Körper“, erklärt Gabi Uhlmann, Küchenleitung und Diätassistentin der Medius-Kliniken. „Ohne sie könnten viele biochemische Reaktionen gar nicht stattfinden – selbst dann nicht, wenn ausreichend Energie vorhanden ist.“
Da der Körper die meisten Vitamine nicht selbst herstellen kann, müssen sie regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden.
Warum sind Vitamine so wichtig?
Vitamine wirken häufig als sogenannte Hilfssubstrate (auch Co-Enzyme genannt). Das bedeutet: Sie unterstützen Enzyme dabei, Stoffwechselprozesse zu steuern oder überhaupt erst möglich zu machen. Ohne Vitamine laufen viele dieser Prozesse langsamer oder fehlerhaft ab.
Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören:
- Stärkung des Immunsystems
- Schutz der Zellen vor schädlichen Umwelteinflüssen
- Beteiligung an Wachstum und Entwicklung
- Erhalt von Haut, Haaren, Knochen und Nerven
- Mitwirkung bei der Blutbildung und Wundheilung
Welche Vitamine gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen fettlöslichen und wasserlöslichen Vitaminen.
Fettlösliche Vitamine
Diese Vitamine können im Körper gespeichert werden, vor allem in der Leber und im Fettgewebe. Bei Bedarf werden sie an die Zellen abgegeben. Eine kontinuierliche Zufuhr ist daher nicht nötig. Fettlösliche Vitamine werden vom Darm besonders gut aufgenommen, wenn zugleich Fett zugeführt wird, das heißt, bei der Zubereitung der Nahrungsmittel ist die Zugabe von Fett hilfreich. Durch Nahrungsergänzungsmittel kann es zu einer Überdosierung von fettlöslichen Vitaminen kommen. Fettlösliche Vitamine sind:
- Vitamin A – wichtig für Sehkraft, Haut und Schleimhäute
- Vitamin D – unterstützt den Knochenstoffwechsel und das Immunsystem
- Vitamin E – schützt die Zellen vor oxidativem Stress
- Vitamin K – spielt eine zentrale Rolle bei der Blutgerinnung
„Gerade bei fettlöslichen Vitaminen gilt: Mehr ist nicht automatisch besser“, betont die Expertin. „Eine Überdosierung kann zu Symptomen wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Haarausfall und Sehstörungen führen.“
Wasserlösliche Vitamine
Diese Vitamine werden kaum gespeichert und müssen regelmäßig zugeführt werden. Überschüsse scheidet der Körper meist über den Urin aus. Eine Ausnahme bildet Vitamin B12. Dies kann mehrere Monate im Körper gespeichert werden.
- Vitamin C – wichtig für das Immunsystem und die Eisenaufnahme
- B-Vitamine – essenziell für Nervenfunktion, Energiestoffwechsel und Blutbildung
Wo kommen Vitamine vor?
Vitamine finden sich vor allem in frischen, möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln:
- Obst und Gemüse
- Vollkornprodukte
- Milch und Milchprodukte
- Fleisch, Fisch und Eier
- Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen
„Eine abwechslungsreiche Ernährung ist der Schlüssel“, sagt Gabi Uhlmann. „Wer bunt isst und regelmäßig frische Lebensmittel auf den Speiseplan setzt, deckt seinen Vitaminbedarf in den meisten Fällen gut ab.“
Auch die Zubereitung spielt eine Rolle: Lange Lagerzeiten, starkes Erhitzen oder Kochen in viel Wasser können den Vitamingehalt reduzieren.
Sind Vitaminpräparate sinnvoll?
Für gesunde Menschen mit ausgewogener Ernährung sind Nahrungsergänzungsmittel meist nicht notwendig. In bestimmten Lebensphasen oder Situationen kann eine zusätzliche Zufuhr jedoch sinnvoll sein, etwa:
- in der Schwangerschaft
- bei veganer Ernährung
- im höheren Lebensalter
- bei bestimmten chronischen Erkrankungen
„Vitaminpräparate sollten gezielt und nicht nach dem Gießkannenprinzip eingenommen werden“, rät die Ernährungsexpertin und betont: „Bei Einnahme von Medikamenten oder bei bestimmten Therapien kann dies sich sogar nachteilig auswirken. Eine Blutuntersuchung und ärztliche Beratung helfen, Über- oder Unterversorgungen zu vermeiden.“
Fazit
Vitamine sind unverzichtbare Mikronährstoffe, die unseren Körper täglich bei lebenswichtigen Aufgaben unterstützen. Eine ausgewogene, vielseitige Ernährung ist der beste Weg, um gut versorgt zu sein.
Gesundheit im Alltag | 29.03.2026 - 00:00
Allergien auf dem Vormarsch: Experte der Medius-Klinik Nürtingen erklärt Ursachen und Prävention
Warum Allergien heute häufiger auftreten und welche Maßnahmen schützen können, erklärt Patrick Weinmann-Linne, Oberarzt der Klinik für Akut- und Notfallmedizin an der Medius-Klinik Nürtingen.