Fachthemen und Expertenwissen
Gürtelrose-Impfung ab 18: STIKO stärkt Schutz – die Medius-Kliniken informieren
Warum die Gürtelrose-Impfung auch für jüngere Menschen mit geschwächtem Immunsystem wichtig ist, wer besonders gefährdet ist und welche Vorteile der Schutz bietet, erläutert Chefarzt Dr. Uwe Mauz.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen Gürtelrose jetzt neu auch für jüngere Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder schweren Grunderkrankungen. Was das für Betroffene bedeutet, wer besonders gefährdet ist und warum die Impfung weiterhin ab 60 Jahren generell sinnvoll bleibt, erklärt Chefarzt Dr. Uwe Mauz von den Medius-Kliniken.
Gürtelrose – medizinisch Herpes Zoster – ist mehr als nur ein lästiger Hautausschlag. Sie kann starke Schmerzen verursachen, lang anhaltende Beschwerden hinterlassen und die Lebensqualität erheblich einschränken. Besonders gefährdet sind ältere Menschen – aber auch jüngere Personen mit geschwächtem Immunsystem oder schweren Grunderkrankungen. Die gute Nachricht: Eine Impfung kann effektiv schützen. Und sie wird nun einem erweiterten Personenkreis empfohlen.
Wie entsteht Gürtelrose?
Gürtelrose wird durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst – dasselbe Virus, das auch Windpocken verursacht. Wer in der Kindheit Windpocken hatte, trägt das Virus lebenslang im Körper. Es verbleibt in den Nervenzellen und kann Jahre oder Jahrzehnte später reaktiviert werden – meist dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist, etwa durch Alter, Stress oder eine Erkrankung.
„Das Virus wandert entlang der Nervenbahnen und verursacht dort eine schmerzhafte Entzündung“, erklärt Dr. Uwe Mauz, Chefarzt der Klinik für Neurologie an der Medius-Klinik Kirchheim. „Gerade die damit verbundenen Nervenschmerzen können für die Betroffenen sehr belastend sein – auch lange über den sichtbaren Ausschlag hinaus.“
Woran erkenne ich Gürtelrose?
Typisch ist ein einseitiger, gürtelförmiger Hautausschlag mit roten Flecken und Bläschen, begleitet von starkem Brennen oder stechenden Schmerzen. Häufig treten zunächst unspezifische Symptome wie Müdigkeit, leichtes Fieber oder ein Kribbeln auf der Haut auf, bevor der Ausschlag sichtbar wird.
Besonders häufig zeigt sich die Erkrankung am Rumpf oder im Gesicht. Ist das Auge betroffen, handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der umgehend behandelt werden muss.
„Viele unterschätzen die Erkrankung, weil sie zunächst wie eine harmlose Hautreizung wirkt. Doch hinter dem Ausschlag verbirgt sich eine ernst zu nehmende Nervenentzündung“, betont Dr. Mauz.
Wie gefährlich ist Gürtelrose?
In vielen Fällen heilt die Erkrankung innerhalb von zwei bis vier Wochen ab. Doch etwa jeder zehnte Betroffene entwickelt eine sogenannte Post-Zoster-Neuralgie – chronische Nervenschmerzen, die Monate oder sogar Jahre anhalten können. Weitere mögliche Komplikationen sind bakterielle Infektionen der Haut, Gesichtslähmungen oder Sehstörungen.
„Die Post-Zoster-Neuralgie ist eine der häufigsten und quälendsten Spätfolgen – sie kann die Lebensqualität massiv einschränken“, sagt Dr. Mauz. „Gerade deshalb ist Prävention durch Impfung so wichtig.“
Wer ist besonders gefährdet?
Ein erhöhtes Risiko tragen insbesondere Menschen ab 60 Jahren. Doch auch jüngere Personen können betroffen sein – vor allem dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Dazu zählen beispielsweise Patientinnen und Patienten mit Diabetes, Krebserkrankungen, chronisch-entzündlichen Erkrankungen oder nach Organtransplantationen. Auch bestimmte medikamentöse Therapien können die Immunabwehr herabsetzen. Psychischer Stress kann zusätzlich eine Reaktivierung des Virus begünstigen.
Erweiterte STIKO-Empfehlung: Impfung jetzt auch ab 18 Jahren bei Risiko
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Gürtelrose mit dem Totimpfstoff Shingrix seit 2019 für alle Personen ab 60 Jahren, für chronisch Kranke bereits ab 50 Jahren.
Neu ist: Die STIKO empfiehlt die Impfung nun auch für Personen ab 18 Jahren, wenn ein erhöhtes Risiko aufgrund einer geschwächten Immunabwehr oder einer schweren Grunderkrankung besteht. Damit wird der Schutz gezielt auf jüngere Risikopatientinnen und -patienten ausgeweitet.
Der Impfstoff gilt als gut verträglich und bietet einen hohen Schutz vor Erkrankung und insbesondere vor schweren Verläufen sowie chronischen Nervenschmerzen. Die Impfung erfolgt in zwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten. In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Personen mit entsprechender Indikation.
Empfehlung der Medius-Kliniken
„Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt über die Impfung gegen Gürtelrose – insbesondere, wenn Sie einer Risikogruppe angehören“, rät Dr. Mauz. „Je früher Sie vorsorgen, desto besser sind Sie geschützt – vor Schmerzen, Komplikationen und unnötigem Leid.“
Fachthemen und Expertenwissen | 07.04.2026 - 00:00
Höchste Expertise für feinste Strukturen: Wie Nürtingen zu einem der führenden Handzentren wurde
Handchirurgie auf Spitzenniveau: Neben der Zulassung zum Schwerstverletzungsartenverfahren wurde die Medius-Klinik Nürtingen auch als FESSH (Federation of European Societies for Surgery of the Hand) Traumazentrum zertifiziert.
Fachthemen und Expertenwissen | 25.03.2026 - 00:00
Neue Qualitätsstufe in der Herzmedizin: Klinik in Ostfildern-Ruit ist „Cardiac Arrest Center“
Die Medius-Klinik Ostfildern-Ruit erfüllt höchste Qualitätsstandards in der Notfallversorgung von Patienten mit plötzlichem Herz-Kreislaufstillstand. Chefarzt Professor Dr. Christian Herdeg betont: „Jede Sekunde zählt.“