Fachthemen und Expertenwissen
Das rät Kardiologe Dr. Bollinger von der Medius-Klinik bei Vorhofflimmern
Was bei Vorhofflimmern passiert, wie sich das Leben dadurch verändert und wie moderne Medizin helfen kann, erklärt Dr. Christoph Bollinger, Oberarzt der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen an der Medius-Klinik Kirchheim.
Als der 62-jährige Klaus Berger (Name geändert) morgens aus dem Bett aufstand, merkte er sofort, dass etwas nicht stimmte. Sein Herz schlug plötzlich schneller, unregelmäßig, fast wie aus dem Takt gefallen. Ein Druckgefühl in der Brust, leichte Atemnot. „Ich dachte zuerst, ich hätte schlecht geschlafen oder einfach zu viel Stress“, erinnert sich Berger. Doch das Gefühl blieb. Schließlich suchte er ärztliche Hilfe – und erhielt eine Diagnose, die ihn überraschte: Vorhofflimmern.
Vorhofflimmern ist die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen – allein in Deutschland sind etwa zwei Millionen Menschen betroffen, Tendenz steigend. Besonders tückisch: Die Symptome sind nicht immer eindeutig. Müdigkeit, Herzstolpern oder Schwindel werden häufig fehlinterpretiert oder ignoriert. Doch unbehandelt kann Vorhofflimmern ernsthafte Folgen haben – vor allem ein deutlich erhöhtes Schlaganfallrisiko.
„Vorhofflimmern ist kein harmloses Herzstolpern“, erklärt Dr. Christoph Bollinger, Oberarzt der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen an der Medius-Klinik Kirchheim.
„Es erhöht das Risiko für einen Schlaganfall um das Fünffache – umso wichtiger ist es, die Krankheit frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.“
Was passiert beim Vorhofflimmern?
Normalerweise schlägt das Herz im regelmäßigen Rhythmus. Beim Vorhofflimmern jedoch geraten die Vorhöfe des Herzens durch den unregelmäßigen, oft zu schnellen Puls aus dem Takt – sie ziehen sich unkoordiniert zusammen. Dadurch kann sich Blut in den Vorhöfen stauen und Gerinnsel bilden – gefährliche Pfropfen, die über den Blutkreislauf ins Gehirn gelangen und dort einen Schlaganfall auslösen können.
Moderne Diagnose – gezielte Behandlung
Bei den Medius-Kliniken wurde bei Klaus Berger ein Langzeit-EKG durchgeführt, das das anhaltende Vorhofflimmern eindeutig dokumentierte. Zusätzlich überprüften die Kardiologen mithilfe moderner Bildgebung die Herzstruktur. „Wir setzen heute auf ein ganzheitliches Behandlungskonzept“, erklärt Dr. Bollinger. Das reicht von blutverdünnenden Medikamenten zum Schlaganfall-Schutz, der elektrischen Kardioversion bis hin zu Verfahren wie der Katheterablation – einer schonenden Methode, bei der die fehlerhaften Erregungszentren im Herzen gezielt verödet werden.
Zurück in den Alltag – mit neuem Taktgefühl
Für Klaus Berger war die Diagnose ein Schock – aber auch ein Wendepunkt. Nach der Behandlung konnte er das Krankenhaus nach wenigen Tagen verlassen. Heute achtet er auf einen gesunden Lebensstil, nimmt regelmäßig seine Medikamente und geht zu Kontrolluntersuchungen. „Ich bin froh, dass ich rechtzeitig reagiert habe“, sagt er. „Und dass ich in so guten Händen war.“
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