Geld sparen und anlegen
Stabile Portfolios in Zeiten der Multikrise
Mit den Leitgedanken von Union Investment widerstandsfähig investieren – auch in unsicheren Zeiten.
Die Krisen der vergangenen Jahre haben Investoren vor eine Vielzahl von Herausforderungen gestellt: Alte Gewissheiten mussten über Bord geworfen werden, und schnelle Richtungswechsel erforderten kurze Reaktionszeiten. Dazu hat Union Investment fünf Leitgedanken entwickelt, die dabei helfen können, das Portfolio stabil durch eine Zeit der Multikrise zu navigieren.
1. USA weiter ein sicherer Hafen in stürmischen Zeiten
Der Konflikt in Nahost und die dadurch ausgelöste Krise an den Märkten haben einmal mehr gezeigt: Wenn Stress ins System kommt, tendieren Anleger in Richtung US-Dollar. Und was für den US-Dollar gilt, gilt auch für US-Aktien. Die haben sich während des Krieges deutlich besser gehalten als europäische Titel. Zugegebenermaßen sind die USA in Energiefragen unabhängiger als Europa. Es lag aber auch am Nimbus der US-Anlagen als sicherer Hafen. Zwar hat auch der S&P 500-Index in den kritischen Märztagen knapp fünf Prozent abgegeben, doch der europäische STOXX 600 verlor im selben Zeitraum fast acht Prozent. Mittlerweile haben die US-Aktienindizes neue Höchststände erreicht, während in Europa das Niveau von Februar 2026 noch nicht wieder überschritten wurde.
2. Zyklische Aktien ja, aber bitte selektiv
Was sich durch den Krieg verändert hat, ist die wirtschaftliche Dynamik. Bis zum Kriegsbeginn Ende Februar gingen Marktteilnehmer davon aus, dass in den USA Steuerrückvergütungen den Konsum stützen und europäische Investitionsprogramme zu mehr Wachstum führen würden. Die These bleibt stimmig, aber: Wer in zyklische Unternehmen investiert, sollte einen zusätzlichen Faktor beachten. Die kriegsbedingt hohen Energiepreise treiben die Inflation und könnten bei zyklischen Unternehmen die Margen wegfressen. Entscheidend ist daher die Preissetzungsmacht: Unternehmen mit einer starken Marktposition könnten Preiserhöhungen eher an Kunden weiterreichen und so ihre Gewinne schützen. Selbst in Inflationsphasen gelingt es solchen Unternehmen eher, sogar ihre Margen auszuweiten. Wer solche Aktien im Portfolio hat, kann der Teuerung gelassener begegnen und möglicherweise sogar besser davon profitieren, wenn sich das Wirtschaftswachstum wieder beschleunigt.
3. Künstliche Intelligenz bleibt Wachstumstreiber
Die großen Namen der Künstlichen Intelligenz (KI) investieren weiterhin stark in ihre Geschäftsmodelle. Unternehmen wie Alphabet oder Meta scheinen offenbar weniger abhängig von den drastisch gewachsenen Ölpreisen oder der erratischen US-Politik zu sein. Daher dürften KI-Investitionen ungeachtet der aktuellen Krisen ein weiterer Wachstumstreiber sein. Hinzu kommt, dass immer mehr Industrieunternehmen KI einsetzen, um ihre Produktivität zu steigern. Damit verbreitert sich der KI-Trend. Namen wie Nvidia oder Meta sollten daher Teil der Portfoliokonstruktion sein. Neben den USA gewinnen auch einige asiatische Volkswirtschaften wie Taiwan oder Südkorea an Attraktivität. Dort werden nämlich hochwertige Halbleiterkomponenten produziert, für die Datencenter einen dringenden Bedarf haben. Grafik 01 einbinden – Bildüberschrift: Investitionen in Künstliche Intelligenz steigen weiter: Beschleunigung im Investitionssuperzyklus, Investitionsausgaben für Datencenter in Mrd. US-Dollar
4. Lieber auf harte als auf softe Assets setzen
Geschäftsmodelle mit „harten Assets“, also physisch greifbaren Vermögenswerten (wie Immobilien, Maschinen und Anlagen) in der Bilanz, haben wieder mehr Potenzial. Das gilt zum Beispiel für produzierende Unternehmen. In der aktuellen Phase können das insbesondere Unternehmen sein, die Staaten dabei unterstützen, mehr Energieautonomie zu erlangen. Dazu zählen etwa Windparkbetreiber, Versorger aus dem Bereich erneuerbare Energien, Batteriehersteller und Dämmstoffproduzenten. Gleichzeitig kann es kurzfristig sinnvoll sein, an Positionen aus dem Bereich der fossilen Energieträger festzuhalten. Sie haben von der Sperrung der Straße von Hormus profitiert und könnten das weiterhin tun, solange die Lage unübersichtlich bleibt. Durch die Verbreitung von KI werden viele Geschäftsmodelle hinterfragt und womöglich überflüssig. Besonders betroffen sind vor allem Unternehmen mit sogenannten „soften Assets“, beispielsweise Callcenter, Zahlungs- und Datendienste oder auch Softwareentwickler, die meist nur Standardleistungen erbringen. Welche Unternehmen mit „soften Assets“ sich trotz des KI-Trends halten können, bleibt abzuwarten. Klar ist: Der Markt billigt soften Asset-Aktien nur noch eine niedrigere Bewertung zu. Doch egal ob hart oder soft ‒ für die Auswahl der aussichtsreichen Titel bleibt eine fundierte Einzeltitelanalyse unerlässlich.
5. Europa mit Comeback alter Strukturen
Bemerkenswert beim Blick auf harte Assets ist eine regionale Verschiebung in Richtung Europa. Man kann der deutschen und europäischen Wirtschaft zwar eine gewisse Behäbigkeit vorwerfen. Womöglich kann sich das aber in einen Vorteil umkehren, denn die Industrie, die den Dax prägt, besteht in weiten Teilen aus harten Assets. Als Beleg dafür kann der DeepSeek-Schock Anfang 2025 gelten. Damals gingen die US-Börsen auf Tauchstation, während Europas Aktienmärkte stabil blieben. Für Investoren heißt das: Es sind mehr und andere Treiber, die die europäischen Märkte beeinflussen. Denn während die USA durch die hohe Marktkonzentration immens von den Technologiewerten abhängen, sorgt in Europa eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren in der Breite für steigende Kurse. Während die führenden zehn US-Aktien zu 80 Prozent aus dem erweiterten IT-Bereich kommen, sind in Europa fünf verschiedene Branchen unter den ersten zehn Titeln vertreten. Hinzu kommt die günstigere Bewertung: Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis bei US-Aktien liegt aktuell bei 20 auf Basis der erwarteten Gewinne des kommenden Jahres, in Europa nur bei 15. Es gibt also beträchtliches Aufholpotenzial in Europa. Schließlich sollte auch die Geopolitik für eine höhere Bewertung europäischer Unternehmen sorgen. Spätestens seit Donald Trumps Amtsübernahme hat sich abgezeichnet, dass die transatlantische Partnerschaft bröckelt. Europa muss unabhängiger werden und hat zumindest begonnen, die Finanzierung mittels Fiskalstimuli anzustoßen. Die benötigte Unabhängigkeit betrifft den Energiesektor ebenso wie die Verteidigung und die Lieferketten. Das Geld, das die Staaten in ihre Eigenständigkeit investieren, hilft den hiesigen Unternehmen und stützt den Kapitalmarkt. Der Krieg im Nahen Osten hat diese Entwicklung verzögert, die Dringlichkeit der Aufgabe jedoch eindrucksvoll unterstrichen.
Union Investment und die Volksbank Mittlerer Neckar eG
Union Investment gehört zur genossenschaftlichen FinanzGruppe und zählt zu den führenden Vermögensverwaltern in Deutschland. Als zentraler Verbundpartner der Volksbanken und Raiffeisenbanken bietet Union Investment Fonds- und Vermögenslösungen an, die auch Kundinnen und Kunden der Volksbank Mittlerer Neckar eG im Rahmen ihrer Geldanlage und Vermögensplanung nutzen können. Weitere Details dazu gibt es unter anderem hier.
(Quelle: Union Investment)