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Eine Fata Morgana und der Zusammenhalt

23.07.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Elsa Neufeld, Nürtingen. Zu den Artikeln „Die neuen Staatsfeinde“ vom 9. Juli und „FDP sieht Sicherheitslücke“ vom 16. Juli.

Ich muss ehrlich gestehen, ich erkenne unser Land, genauer gesagt unsere „Wirtschaftsweisen“ nicht wieder. Irgendwie sieht alles aus wie früher, aber es liegt etwas in der Luft, etwas Bedrohliches, das nicht vom Volk kommt. So empfinde ich das. Als Kind, wenn draußen große Hitze herrschte, habe ich auf dem Asphalt Wasser gesehen. Beim Annähern sah ich nur den heißen Straßenbelag. Ich war total fasziniert von diesem Phänomen, das Fata Morgana heißt. Manche Medienberichte offenbaren ebenfalls ähnliche Phänomene. Die würde ich auch mit einer Fata Morgana vergleichen. Aus der Ferne betrachtet, leben wir alle in einem reichen Land. Alle sind zufrieden, Florian Silbereisen singt: „Alles läuft perfekt!“. Das aber ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere: „Betuchte“, die das Sagen haben und „Unbetuchte“, die gehorchen müssen.

Unsere Regierung ignoriert die Tatsache, dass es zu viele unzufriedene, nicht verstandene Bürger im Land gibt. Wie sollen sich Menschen sonst bemerkbar machen, wenn sie sich im Stich gelassen fühlen? Früher gab es kluge Könige, die sich unter das Volk gemischt haben, und so konnten sie sich von der tatsächlichen Situation im Land ein Bild machen. Haben sich unsere Politiker vom Volk abgekoppelt? Die unzufriedene Bevölkerung gleich zu Staatsfeinden degradieren, sie unter Generalverdacht stellen und beobachten lassen, ist schon ein starker Tobak. Ich würde sagen, niemanden verteufeln, an die eigene Nase fassen. Denn „nobody ist perfect“! Solidarität mit dem Volk zeigen, und Demut statt Hochmut! Zusammen, nicht gegeneinander! Die Katastrophen von heute zeigen, wie wichtig der Zusammenhalt mit dem Volk ist!

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