Sennerpokal 2026
Kommentar zum Rückzug des TB Neckarhausen: Die Art und Weise ist das große Problem
Sennerpokal: Nach einem Spiel meldet sich der TBN vom Traditionsturnier ab. Dabei ist nicht der Rückzug an sich, sondern die gewählte Kommunikation höchst problematisch, findet Sportredakteur Julian Kaiser. Lesen Sie auch den Artikel „Das sagt der TB Neckarhausen zum Sennerpokal-Aus“.
Eine kurze Mail genügte, um die heile Sennerpokal-Welt zumindest ein Stück weit ins Wanken zu bringen. Der TB Neckarhausen zieht seine Mannschaft aus dem laufenden Wettbewerb zurück. Überbracht wurde die Nachricht nicht etwa telefonisch oder vor Ort, sondern mit einem kurzen Schreiben über das elektronische Postfach. Und genau darin liegt der große Fehler. Ein persönliches Gespräch mit den Verantwortlichen des TSV Linsenhofen, die in den vergangenen Wochen und Monaten unzählige Stunden dafür aufgewendet haben, den Vereinen und Zuschauern ein möglichst schönes Erlebnis zu ermöglichen, wäre das Mindeste gewesen. So ist es ein Zeichen mangelnden Respekts.
TB Neckarhausen müsste um Tragweite wissen
Zumal Neckarhausen als Ausrichter des Vorjahres wohl so gut wie kein anderer Verein weiß, wie groß und umfangreich die Aufgaben rund um den Sennerpokal sind, was eine solche Absage für die Arbeit und Planung der ehrenamtlichen Helfer bedeutet. Fraglich ist auch die Begründung. Hätte den TBN eine Krankheitswelle ereilt oder viele kurzfristige Ausfälle angeführt, wäre das Verständnis wohl groß gewesen. Stattdessen schreibt die Abteilungsleitung, man lege den Fokus bewusst auf Training, Entwicklung und das Zusammenwachsen. Das bringe mehr als zwei Vorbereitungsspiele. Übersetzt heißt das: Wir haben schlichtweg kein Interesse mehr an den zwei ausstehenden Spielen eures Turniers. Eine Entschuldigung sucht man in dem Schreiben zudem vergeblich.
Dass einen Tag später plötzlich doch personelle Gründe angeführt werden, wirkt mindestens seltsam und widerspricht in Teilen der offiziellen Stellungnahme, die ausdrücklich von einer bewussten statt einer erzwungenen Entscheidung spricht. Dass der TBN durch die vielen Abgänge vor einem großen Umbruch steht, ist fraglos richtig. Diese Entwicklung fiel aber genauso wenig plötzlich vom Himmel wie der Termin für den Sennerpokal.
Vor vollendete Tatsachen gestellt
Den Entschluss, den Fokus anders zu setzen, hätte der TBN rechtzeitig vor dem Turnier treffen, das direkte Gespräch suchen und dem Ausrichter damit noch Handlungsspielraum geben können. Darauf hat Neckarhausen verzichtet, den TSVL stattdessen möglichst unpersönlich vor vollendete Tatsachen gestellt. Sollte das Testspiel gegen Berkheim II stattfinden, wäre das eine weitere Ohrfeige für Linsenhofen.
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