Eröffnung Beurener Genussmarkt
Der Beurener Genussmarkt, ein Gemeinschaftsprojekt
Wie eine Beurener Genossenschaftsidee den regionalen Einkauf neu denkt: Im Vorfeld des Eröffnungsfestes am 12. April sprechen Genossenschaftsmitglieder darüber, warum sie sich engagieren.
BEUREN (lh). Wie wäre es mit Quinoa aus heimischer Produktion, Linsenhöfer Ziegenwurst, einem lieblichen Pflaumenwasser namens „Die schöne Lau“, Quittenbrand „Sibylle von der Teck“, feinem Balsamessig oder Saft von der Streuobstwiese, Gin, Cidre, Täleswein, Secco, Schoko-Kuhfladen, Schafschinkenwurst, Gemüsemaultaschen, mariniertem Ziegengrillkäse, Hof-Eis in der Geschmacksrichtung Salz-Karamell?
Zum Verschenken – oder für sich selbst – gibt es viele Inspirationen. Etwa ein Herz aus hiesigem Holz, Stifte oder Vesperdosen mit dem Beurener Geißböckle-Motiv, Keramikprodukte, Seifen mit Alpaka-Keratin. Sogar an Vierbeiner ist gedacht, mit delikatem Hundefutter. Und Schafwollpellets zur Bodenverbesserung sind ebenfalls zu entdecken. Ob frische Brötchen direkt aus der Backstube der ortsansässigen Bäckerei Walter, Eier von Hühnern, die hier leben, saisonales Obst und Gemüse aus der Nachbarschaft: Das Angebot des neuen Beurener Genussmarktes lädt zum Entdecken ein.
Die Menschen hinter den Produkten
„Wir kennen die Menschen, die unsere Produkte herstellen, seien es die Genossenschaftsmitglieder oder die Lieferanten“, sagt Martin Schnerring, Erster Vorsitzender der Genossenschaft Regionalvermarktung Beuren. „Das schafft Vertrauen – und es stärkt uns und unsere Region.“
Zu den Genossenschaftsmitgliedern gehören beispielsweise die Brüder Alexander und Andreas Huber. Sie betreiben eine Edelbrennerei in Beuren und sind sich einig: „Wir finden dieses Projekt sehr gut, weil es die umliegende Landwirtschaft fördert und die Produkte der Selbsterzeuger vermarktet. Es ist eine Chance, uns regionale Erzeuger sichtbar zu machen. Diese Unterstützung dient dem Erhalt der Streuobstwiesen in der Region.“
Wertschätzung für regionale Produkte
Auch Jürgen Pfänder, Vorstandsvorsitzender der Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck, hält den SB-Genussmarkt für „eine tolle Idee“. Er sagt: „Das ist die beste Wertschätzung für regionale Produkte.“ Wichtig ist ihm auch, den Gemeinschaftsaspekt zu betonen: „Die Zusammenarbeit innerhalb der Genossenschaft und mit der Gemeinde funktioniert sehr gut.“ Norbert Hartlieb aus Balzholz sieht einen weiteren großen Vorteil in diesem Modell: „Wir als Genossenschaftsmitglieder einschließlich der Lieferanten können uns gemeinsam präsentieren, ohne dass jeder Einzelne einen eigenen Hofladen braucht.“
Dem stimmt Florian Rometsch, ebenfalls Genossenschaftsmitglied, zu: „Es ist eine tolle Chance, an so einem Standort ohne Personal, also mit wenig Arbeitseinsatz, Produkte verkaufen zu können.“ Für ihn sind neben der Regionalität die Gemeinschaft und das Kontaktnetzwerk weitere Pluspunkte. Zusammen mit seiner Frau Christiane Rometsch, Zweite Vorsitzende der Genossenschaft, betreibt der junge Familienvater einen landwirtschaftlichen Betrieb in erster Generation in Balzholz. Christiane Rometsch ist noch ein ganz anderer Aspekt wichtig: „Das gesamte Projekt Beurener Genussmarkt ist von der Entstehung bis jetzt sehr familienorientiert, sonst wäre es gar nicht möglich gewesen“, sagt die zweifache Mutter und strahlt.