Weihnachtsgrüße

Per Skype an Heiligabend zu Hause

24.12.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Maleen Schöck geht in Seattle ein Jahr aufs College. Dort genießt sie die Nähe zu Natur und urbanem Leben

Maleen Schöck lebt zurzeit im University District, einem Vorort von Seattle direkt bei der University of Washington.
Maleen Schöck lebt zurzeit im University District, einem Vorort von Seattle direkt bei der University of Washington.

Am 29. August startete mein zehn Monate langes Abenteuer ins Ausland. Morgens um 4.30 Uhr verabschiedete ich mich von meiner Mutter und meinem Hund und machte mich zusammen mit meinem Vater auf den Weg zum Stuttgarter Flughafen. Einige Stunden später landete ich in Frankfurt. wo ich mich mit einer ganzen Truppe anderer Abenteurer traf, um zusammen nach New York City zu fliegen.

Nach circa neun Stunden Flug, drei Filmen, einem Buch und 20 Minuten Schlaf landeten wir am JFK-Flughafen in New York City. Mit wackeligen Beinen und einer Menge Nervosität bahnten wir, die GLS-Truppe, uns einen Weg durch jegliche Kontrollen und holten unsere Koffer. Erst als wir durch die Türen nach draußen gingen, lautes Hupen hörten und viele gelbe Taxis sahen, wurde plötzlich alles real. Davor kam einem das Auslandsjahr noch wie ein Traum vor. Sightseeing, Jetlag und jede Menge Spaß endeten am 1. September und die Truppe teilte sich auf, um in viele verschiedene Ecken der USA und sogar nach Kanada zu fliegen.

Meine Ecke der USA ist Washington, um genauer zu sein: Seattle. Der Anfang war nicht leicht, da ich mit meiner ersten Gastfamilie, einer französischen alleinerziehenden Mutter, ihrem zwölfjährigen Sohn und fünf anderen internationalen Schülerinnen, nicht perfekt auskam. Doch nach fast drei Monaten habe ich die perfekte Gastfamilie gefunden und lebe jetzt im University District, einem Vorort von Seattle direkt bei der University of Washington.

Aber ich bin kein Uni-Student, sondern besuche das 20 Minuten entfernte Seattle Central College, wo ich versuche mir klar zu werden, was ich in Deutschland studieren will, wie wohl so ziemlich jeder deutsche Schüler nach seinem Abitur. Unter der Woche verbringe ich viel Zeit im College in den verschiedensten Kursen, in denen einem immer viele neue, interessante Dinge beigebracht werden und man supernette Leute aus aller Welt kennenlernt.

Meine Freizeit verbringe ich gerne in Capitol Hill, wo es viele coole Cafés und Thrift Stores und Regenbogen-Zebrastreifen gibt oder in Downtown Seattle auf der Shoppingmeile nahe der großen Sehenswürdigkeiten. Außerdem skype ich viel mit meinen Freunden, die auch gerade in aller Welt verteilt sind und eigene spannende Abenteuer erleben.

Was so toll an Seattle ist: dass man in 20 Minuten mitten in der großen City mit Hochhäusern sein kann, aber gleichzeitig auch, wenn man in die entgegengesetzte Richtung fährt, in 20 Minuten mitten in der wunderschönen Natur und auf hohen Bergen.

Natürlich ist Weihnachten hier in Amerika ein riesengroßes Spektakel, wie so ziemlich jedes Fest. Jeder fängt schon am 1. November damit an sein Haus bis zum Gehtnichtmehr zu schmücken und das Radio schaltet ohne Pause zu den Weihnachtsliedern um. In Downtown werden demnächst Weihnachtsbäume und Schneemaschinen aufgebaut, die falschen Schnee auf alle Shopper fallen lassen werden, das zeigt das Weihnachtsfieber der Amerikaner sehr gut.

Ein Vorteil daran, dass Heiligabend hier kein großes Spektakel ist und der eigentliche Weihnachtsspaß am 25. Dezember stattfindet ist, dass ich mit meiner Familie am 24. Dezember skypen und somit Weihnachten mit ihnen verbringen kann, ohne irgendwas hier in Seattle zu verpassen. Einerseits bin ich natürlich traurig gestimmt, dass ich nicht in Deutschland sein und mit meiner Familie Geschenke auspacken werde, aber andererseits habe ich hier so viele nette Leute kennengelernt und habe eine so tolle Gastfamilie, dass ich jetzt schon weiß, dass die ganze Weihnachtszeit hier in den USA ein Supererlebnis werden wird. Meiner Familie, meinen Freunden und Bekannten aus Nürtingen wünsche ich natürlich eine wundervolle Weihnachtszeit, ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ich vermisse euch und freue mich, euch in sechs Monaten wiederzusehen!

 

Liebe Grüße aus Seattle

Maleen Schöck

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