Nürtingen

Eine Schule mit maßgeschneiderten Angeboten

18.01.2019, Von Uwe Gottwald — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Nürtinger Mörikeschule setzt auf individuelle Förderung und wird unterstützt durch Sozialarbeiter und viele Ehrenamtliche

Die Mörikeschule ist die einzig verbliebene Grund- und Werkrealschule in Nürtingen. Schulleiterin Viola Berlin und Konrektor Yusith Aladzeme gaben den Gemeinderäten des Kultur-, Schul- und Sozialausschusses in der letzten Sitzung Einblicke in das Schulleben mit seinen vielfältigen Fördermöglichkeiten.

Freude beim Olympischen Zehnkampf der Schulen: der Sport fördert auch das Gemeinschaftsgefühl an der Schule. Foto: pm

NÜRTINGEN. Mit dem Bericht entspricht die Verwaltung einem Wunsch aus der Schulleiterbesprechung. Nach und nach soll allen Schulleitern dazu die Möglichkeit gegeben werden, die Mörikeschule machte den Anfang.

Während andere derartige Schulen mangels Zuspruch aufgelöst wurden oder sich zu Gemeinschaftsschulen umfunktioniert haben, entwickelte die Mörikeschule inmitten der Innenstadt ihr Profil stetig weiter. So berichtete Rektorin Berlin von relativ konstanten Schülerzahlen in allen Klassen. Die derzeit 478 Schülerinnen und Schüler aus 39 Nationen bringen unterschiedliche Voraussetzungen und Fähigkeiten mit. Rund 70 von ihnen sprechen nicht die deutsche Sprache, ein Drittel sind Flüchtlinge, die anderen kommen aus EU-Ländern. Für sie gibt es fünf Vorbereitungsklassen, in den die Sprachförderung im Vordergrund steht.

Darüber hinaus wurden maßgeschneiderte Konzepte entwickelt, um jedem gerecht zu werden. Eine wichtige Stütze sind die 53 ehrenamtlichen Lernbegleiter, finanziell gefördert durch die Jugendstiftung Baden-Württemberg. „Das ist ein Erfolgsrezept und ermöglicht eine individuelle Begleitung“, so die Rektorin. Meist sind es Mütter, die sich einsetzen. Sie unterstützen zum Beispiel als Lernbegleiter die 43 Lehrerinnen und Lehrer bei der Hausaufgabenbetreuung in den Lernbürostunden.

Neben dem Lehrkörper gibt es weiteres professionelles Personal wie eine pädagogische Assistentin, zwei Berufseinstiegsbegleiterinnen, eine 50-Prozent-Stelle für einen Sportpädagogen, eine Sozialarbeiterin für Integration, zwei Schulsozialarbeiter, zwei Studierende der Sozialpädagogik im Rahmen der studienbegleitenden Praxismonate und zwei Stellen für ein freiwilliges soziales Jahr. Das Ganztagesangebot ist verpflichtend, für die Organisation der Mittagsbetreuung und der flexiblen Schülerbetreuung ist eine 50-Prozent-Stelle eingerichtet. Schulleiterin Berlin betont die gute Vernetzung der Angebote von verschiedenen Trägern und auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, zum Beispiel auch mit deren Integrationsbüro.

Technik und Sport als Schwerpunkte

Wichtige Profile sind handwerklicher und künstlerischer Unterricht durch alle Klassen hindurch und in einer offenen Werkstatt sowie zertifizierte Angebote im Unterricht zu Sport, Spiel und Bewegung. Ab der Klasse 7 werden die Berufseinstiegsbegleiterinnen aktiv, unterstützen beim Erreichen des Schulabschlusses, bei der Vermittlung von Praktika und Lehrstellen. Dies gehört auch zum Tätigkeitsbereich des Konrektors Aladzeme, der sich außerdem intensiv um die Digitalisierung an der Schule und um die Entwicklung des Unterrichts mit digitalen Medien kümmert.

Berlin verweist auch auf zahlreiche Kooperationen wie zum Beispiel mit Musikschulen, mit einer Kunsttherapeutin und der Handwerkskammer. Kooperiert wird auch mit der beruflichen Albert-Schäffle-Schule, wo weitere Bildungsabschlüsse möglich sind. „Dabei haben vor allem Absolventen der zehnten Klasse wegen der größeren Reife die besseren Chancen“, so Viola Berlin.

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