Frickenhausen
Psychologische Hilfe für Einsatzkräfte und Menschen mit Autismus im Kreis Esslingen
Beim Finale des Festivals der Hoffnung am Samstag, 24. Januar, mit Lissi und Herr Timpe werden die Angebote für Autismus-Betroffene am Haus der Familie und die Psychosoziale Notfallversorgung im Landkreis Esslingen (PSNV) vorgestellt.
FRICKENHAUSEN. Im Rahmen der diesjährigen Aktion „Licht der Hoffnung“ stellen wir die acht aus den Spendengeldern unterstützten Projekte vor. Als letzte beiden Spendenprojekte präsentieren wir heute die des Hauses der Familie und der Psychosozialen Notfallversorgung im Landkreis Esslingen (PSNV). Beide Organisationen werden am kommenden Samstag, 24. Januar, bei der finalen Veranstaltung des „Festivals der Hoffnung“ im Erich-Scherer-Zentrum in Frickenhausen ihre Förderprojekte präsentieren.
Anlaufstelle für Menschen mit Autismus
In Deutschland leben schätzungsweise 800.000 Menschen, davon viele Kinder, die vom Autismus-Spektrum betroffen sind. Die Zahl der Diagnosen steigt. Gleichzeitig fehlt es an passgenauen Unterstützungsangeboten für die betroffenen Familien. Die Eltern stehen in dieser Lebensphase oft vor einer großen emotionalen, organisatorischen und sozialen Herausforderung, und stoßen dabei im Alltag auf zahlreiche Barrieren. Das Haus der Familie in Nürtingen möchte eine Anlaufstelle für Familien mit autistischen Kindern sein, und dabei eine niedrigschwellige, kontinuierliche Begleitung anbieten. Das Angebot umfasst Beratung für Eltern und Angehörige, sei es nach einer Diagnose oder bei ersten Auffälligkeiten, sowie Workshops und Fortbildungen für Familienmitglieder und Fachkräfte in Kita und Schule.
Darüber hinaus werden Infoabende zu Themen wie Förderung, Inklusion und Wissensvermittlung über das Autismus-Spektrum angeboten. Ergänzt wird das Programm durch Austauschtreffen und Spielgruppen für Eltern mit Kindern im Autismus-Spektrum. „Mit all diesen Angeboten möchte das Haus der Familie einen Beitrag zur Entlastung, Teilhabe und Stärkung von Familien leisten, die im Alltag häufig an gesellschaftliche und institutionelle Grenzen stoßen“, so Tina Masarin, Projektverantwortliche bei der Familienbildungsstätte.
Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte
Die Psychosoziale Notfallversorgung im Landkreis Esslingen (PSNV), wird von ehrenamtlichen Einsatzkräften verschiedener Hilfsorganisationen und den Kirchen getragen. Die beteiligten Organisationen, wie der Malteser Hilfsdienst, die Kreisverbände des DRK, sowie die Notfallseelsorge, die ökumenisch von der evangelischen und der katholischen Kirche getragen wird, bilden gemeinsam die Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Notfallversorgung (AG PSNV).
2024 hat man bei 400 Einsätzen 2000 Betroffene von belastenden und traumatisierenden Ereignissen, wie Suizide, Überbringung von Todesnachrichten oder größeren Schadensereignissen, betreut. So war man 2024 unter anderem bei dem schweren Verkehrsunfall mit zwei Toten am Nürtinger Bahnhof im Einsatz. „Die ständig steigenden Einsatzzahlen und auch die stets wachsende Professionalisierung sind herausfordernd, bieten aber auch Chancen“, so Tanja Baumann, Koordinatorin der PSNV Nürtingen. Die PSNV baut derzeit zusätzlich zum Einsatzteam für Betroffene ein Einsatzkräfte-Nachsorgeteam auf. So entsteht ein Netz für die Unterstützung von ehren- und hauptamtlichen Rettungskräften.
Für die Fortbildung, Dienstkleidung und Präventionsmaterialien sowie für die Anschaffung von Funkmeldeempfängern ist man dabei auf Spenden angewiesen. „Dies ist aus den zur Verfügung stehenden Mitteln leider nur teilweise möglich, sodass für die Anschubfinanzierung der Beschaffung von Materialien Spenden eingeworben werden müssen“, freut sich Christian Slunitschek, Leiter der Notfallseelsorge des Landkreises Esslingen, über Spendengelder aus der Aktion „Licht der Hoffnung“.