Die Städte Nürtingen und Aichtal sowie die Gemeinden Neuhausen auf den Fildern, Denkendorf, Wolfschlugen und Walddorfhäslach haben am Dienstag Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht. Das teilte sowohl Nürtingens Oberbürgermeister Johannes Fridrich als auch Aichtals Bürgermeister Sebastian Kurz in den sozialen Medien mit. Grund ist die geplante neue Flugroute am Flughafen Stuttgart. Zwei Tage vor Aufnahme des Probebetriebs habe man die Klage beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg eingereicht. Die Kommunen befürchten durch die neue Flugroute deutlich mehr Lärm. Im Sommer 2021 waren die Pläne für eine neue Flugroute am Stuttgarter Flughafen bekannt geworden. Dagegen wehren sich seitdem mehrere Gemeinden und Bürgerinitiativen. Die Fluglärmkommission hatte im Juli 2022 mit nur einer Stimme Mehrheit für den Probebetrieb der neuen Flugroute gestimmt.
„70 Jahre war es Konsens unter den Kommunen, dass Fluglärm gebündelt und nicht verteilt wird, hiervon wird ohne Not mit der neuen Flugroute abgewichen“. Oberbürgermeister Dr. Fridrich bezieht sich dabei auf das Ergebnis des unabhängigen Lärmgutachtens, wonach es sich – wie Ostfilderns Oberbürgermeister Christof Bolay ausgedrückt – um „Verschiebungen im Promillebereich“ handele. Rechtlich gibt es mehrere Hebel, um die Bundesrechtsverordnung anzugreifen. So lag etwa der Planfeststellungsbeschluss des Flughafens nie in Nürtingen aus.
Fridrich ist überzeugt, dass es durch die Flugroutenänderung nicht weniger, sondern zukünftig mehr Menschen vom Fluglärm betroffene sind: „Ein oder zwei Flugzeuge ab 6 Uhr morgens reichen, um Oberensingen und Hardt aufzuwecken - Bürgerinnen und Bürger, die bisher von Fluglärm nicht betroffen waren“. red/nt
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