Landkreis Esslingen

Neues Teilstück für Radschnellweg im Landkreis Esslingen fertiggestellt

Die Strecke wurde um 1,4 Kilometer bis zum Bahnhof Reichenbach verlängert.

Bei Reichenbach wurde entlang der Bundesstraße ein weiteres Teilstück des Radschnellwegs im Kreis Esslingen fertiggestellt. Foto: Regierungspräsidium Stuttgart

LANDKREIS ESSLINGEN. Der Bau des Radschnellwegs RS 4 im Landkreis Esslingen wird fortgesetzt: Das Regierungspräsidium Stuttgart hat nun – im Anschluss an den bereits seit Längerem freigegebenen Teilabschnitt der Demonstrationsstrecke hinter der Querung über die Fils – den RS 4 auch in westlicher Richtung bis Reichenbach fertiggestellt. Der neue Abschnitt zwischen dem Bahnhof Reichenbach und dem Beginn der Demonstrationsstrecke verlängert den Radschnellweg auf der Gemarkung Reichenbach um rund 1,4 Kilometer und knüpft an die Radschnellverbindung Filstal von Ebersbach über Göppingen nach Süßen an, die in Teilen schon fertiggestellt ist. Damit steht jetzt ein durchgehender Abschnitt von rund 3,5 Kilometern Radschnellweg zur Verfügung, teilt das Regierungspräsidium mit.

Radschnellweg hat Pendler im Alltagsverkehr im Blick

Radschnellwege sind vor allem für Pendlerinnen und Pendler eine schnelle, komfortable, umwelt- und klimafreundliche Möglichkeit, ihre täglichen Wege effizient zurückzulegen, heißt es dazu vonseiten des Regierungspräsidiums. Das Land und der Landkreis Esslingen streben die Umsetzung einer Radschnellverbindung in Ost-West-Richtung von Reichenbach kommend über Plochingen und Esslingen nach Stuttgart an.

Anforderungen an schnelle Radwegeverbindungen

Radschnellverbindungen zeichnen sich aus durch mindestens fünf Kilometer Gesamtstrecke, überwiegend vier Meter Breite, eine weitgehend kreuzungsfreie Verbindung und stellen mit mindestens 2000 Radfahrenden in 24 Stunden eine bedeutende Verbindung für den Alltagsradverkehr dar. Für den Bau von Reichenbach bis zum Beginn der Demonstrationsstrecke wurde der bestehende Wasserwirtschaftsweg von bislang 2,50 auf 4,00 Meter in Richtung B 10 verbreitert.

Für das Teilstück kam als Pilotprojekt für den Asphaltaufbau aus Tragschicht und Deckschicht mit Biobitumen innovatives Baumaterial zum Einsatz. Dieses ersetzt herkömmliches erdölbasiertes Bitumen und besteht aus pflanzlichen Ölen aus der Schale von Cashew-Nüssen sowie mineralischen Stoffen. Der Einbau der Asphaltflächen sei zunächst reibungslos verlaufen. Sowohl bei der Produktion in der Mischanlage als auch bei der Verarbeitung auf der Baustelle habe sich dann jedoch gezeigt, dass der Umgang mit dem neuen Bindemittel höhere technische Anforderungen mit sich bringt, als der Umgang mit dem seit Jahrzehnten eingesetzten konventionellen Rohölbitumen. Daher wurde auf der restlichen Strecke keine Mischung mehr mit Biobitumen verbaut. Die Erkenntnisse sollen für weitere Projekte mit Biobitumen berücksichtigt werden.

Die Baukosten für den neuen Abschnitt betragen rund 2,1 Millionen Euro. Der Bund trägt 75 Prozent der Kosten, das Land 25 Prozent. Die Radschnellverbindung Esslingen – Plochingen – Reichenbach ist eines von drei Projekten, für die das Land die Baulastträgerschaft übernommen hat. Laut Machbarkeitsstudie ist mit bis zu 2300 Nutzungen pro Tag auf dem Abschnitt ab Reichenbach in Richtung Ebersbach zu rechnen.

Weiterführung Richtung Plochingen und Esslingen geplant

Landesverkehrsministerin Nicole Razavi sagte anlässlich der Fertigstellung: „Mit dem neuen RS 4-Abschnitt entsteht eine durchgängige und hochwertige Radverbindung, die den Alltagsverkehr nachhaltig verändert und den Umstieg aufs Rad erleichtert.“

Regierungspräsidentin Susanne Bay sprach von einem starken Signal für die Radverkehrsinfrastruktur in der Region. Das Regierungspräsidium Stuttgart arbeite nun intensiv an der Weiterführung in Richtung Plochingen und Esslingen.

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