Nürtingen
Wie entsteht ein Wahlprogramm?
Wahlprogramme sind das wichtigste Dokument einer Partei im Wahlkampf. An ihrer Entstehung sind viele Akteure beteiligt – von einfachen Parteimitgliedern über Fachpolitiker bis zum Vorstand.
NÜRTINGEN. Schon lange bevor im Wahljahr Plakate aufgehängt werden und Politiker durchs Land reisen, beginnen die Parteien mit ihren Vorbereitungen. Am Anfang steht dabei das Wahlprogramm. Darin legen Parteien fest, welche Ziele und Ideen sie verfolgen und was sie in der kommenden Amtszeit umsetzen möchten. Das Wahlprogramm zeigt also, wofür eine Partei steht. Aber wie entsteht so ein Papier eigentlich? Wir haben bei den baden-württembergischen Landesverbänden von FDP und Grünen nachgefragt, wie sie ihre Programme für die Landtagswahl 2026 erarbeitet haben.
Bei der FDP begann die Arbeit am Wahlprogramm mit thematischen Arbeitsgruppen. Alle interessierten Mitglieder konnten mitmachen. Geleitet wurden die Gruppen von Fachpolitikern der Partei. Die ersten Entwürfe wurden danach allen Mitgliedern zur Rückmeldung geschickt. Mit diesem Feedback erstellte der Landesvorstand einen neuen Text als Beschlussvorschlag. Über die endgültige Fassung entschied der Parteitag. Dort wurden noch Änderungen vorgenommen, bevor das Programm verabschiedet wurde. Das fertige Wahlprogramm heißt „Zurück auf Vorwärts“ und umfasst 97 Seiten lang. Es ist damit das längste aller Wahlprogramme für die Landtagswahl.
Wahlprogramme sind online nachzulesen
Auch bei den Grünen waren die Mitglieder stark eingebunden. Vorschläge konnten in Landesarbeitsgemeinschaften, bei einem Parteikonvent und online eingebracht werden. Zwölf Facharbeitsgruppen sammelten und ordneten die Ideen. Ein Redaktionsteam machte daraus einen gemeinsamen Entwurf. Nachdem der Landesvorstand darüber beraten hatte, stimmte der Landesparteitag im Dezember 2025 in Ludwigsburg über die finale Fassung ab. Das fertige Programm trägt den Titel „Stabil in bewegten Zeiten“ und ist 87 Seiten lang.
Die Wahlprogramme aller Parteien, die bei der Landtagswahl antreten, sind auf der Homepage der Landeszentrale für politische Bildung nachzulesen.