Nürtingen
Wer ist der dienstälteste Ministerpräsident Baden-Württembergs?
Neun Ministerpräsidenten hatte der Südweststaat seit seiner Gründung. Bald kommt ein zehnter hinzu.
NÜRTINGEN. Seit der Gründung Baden-Württembergs im Jahr 1952 haben mehrere Politiker das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg übernommen. Hier stellen wir sie alle vor, geordnet nach der Länge ihrer Amtszeit.
Wichtig zu beachten ist, dass Ministerpräsidenten alle 5 Jahre vom Landtag neu gewählt werden, eine Begrenzung der Amtszeit gibt es nicht. Ein Ministerpräsident kann also beliebig lange das Amt übernehmen, solange er immer wiedergewählt wird. In Baden-Württemberg kann der Landtag dem Ministerpräsidenten das Misstrauen aussprechen, allerdings nur durch ein konstruktives Misstrauensvotum gemäß Artikel 54 der Landesverfassung. Dabei muss das Parlament mit der Mehrheit seiner Mitglieder (absolute Mehrheit) einen Nachfolger wählen, um eine regierungslose Zeit zu verhindern. Doch das ist bislang noch nie passiert.
Bis heute hatte das Land Baden-Württemberg neun Ministerpräsidenten. Ein zehnter kommt nach der Wahl am 8. März hinzu. Die besten Chancen haben Manuel Hagel (CDU) und Cem Özdemir (Grüne). Der Ministerpräsident bestimmt die Richtlinien der Politik des Landes und repräsentiert Baden-Württemberg nach außen.
Am kürzesten regierte der FDP/DVP-Politiker Reinhold Maier, der nur ein Jahr (1952 bis 1953) lang im Amt war, danach übernahm er die Rolle des Bundesvorsitzenden der FDP. Maier war der erste Ministerpräsident von Baden-Württemberg nach dessen Gründung 1952. Obwohl die FDP/DVP bei der Wahl im März 1952 mit 18 Prozent der Stimmen nur die drittstärkste Kraft im neu gebildeten Südweststaat war, wählte die Verfassunggebende Landesversammlung am 25. April 1952 Maier zum Ministerpräsidenten. Überraschend bildete er anschließend eine Koalition aus FDP/DVP, SPD und BHE und schickte die CDU als stärkste Partei in die Opposition (Quelle: Internetlexikon Wikipedia). Er hatte sich davor an der Gründung der Demokratischen Volkspartei (DVP) beteiligt, die sich 1948 der FDP anschloss.
Stefan Mappus (CDU) war auch nur für ein Jahr im Amt (2010 bis 2011). Da die CDU die Landtagswahl zwar mit 39 Prozent gewann, aber Grüne und SPD insgesamt mehr Stimmen hatten, fand sich die CDU in der Opposition wieder. Mappus trat am Tag nach der Landtagswahl als CDU-Landeschef zurück.
Fünf Jahre im Amt war Gebhard Müller, und zwar von 1953 bis 1958. Als CDU-Politiker stand er für eine christlich-soziale Politik und wurde nach seiner Amtszeit als Ministerpräsident zum Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts berufen.
Ebenfalls fünf Jahre war Günther Oettinger (CDU) Ministerpräsident (2005 bis 2010). Nach seiner Amtszeit gehörte er der EU-Kommission an, zunächst als Kommissar für Energie, danach als Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft.
Von 1958 bis 1966 (acht Jahre) bekleidete Kurt Georg Kiesinger (CDU) das Amt des Ministerpräsidenten. Danach wurde er Bundeskanzler (1966 bis 1969). Am 10. November setzte sich Kiesinger im dritten Wahlgang gegen Bundesaußenminister Gerhard Schröder und den CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Rainer Barzel durch. Er führte die erste Große Koalition in der Geschichte Deutschlands an.
Er wurde von Hans Filbinger (CDU) abgelöst, der von 1966 bis 1978 regierte. Filbinger war christlich-konservativ geprägt. Er war Marinerichter in der NS-Zeit und beteiligte sich an Todesurteilen. Aufgrund massiven öffentlichen Drucks trat er am 7. August 1978 zurück.
13 Jahre lang, von 1978 bis 1991, übernahm Lothar Späth (CDU) die Rolle des Ministerpräsidenten. Späth galt als modern, unideologisch und in vielen Punkten seiner Zeit voraus. So verdiente er sich seinen Spitznamen „Cleverle“. Beispielhaft war er wesentlich an der Gründung des Fernseh-Kulturkanals Arte beteiligt. Im Zusammenhang mit der sogenannten „Traumschiff-Affäre“ trat er am 13. Januar 1991 als Regierungschef zurück.
Auf ihn folgte Erwin Teufel (1991 bis 2005). Er war 14 Jahre lang Ministerpräsident, ebenfalls für die CDU. Er setzte sich unter anderem für die Bildung der LBBW (Landesbank Baden-Württemberg) und für den Bau der Messe Stuttgart ein.
Der jetzige Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist der erste nicht CDU-Ministerpräsident für Baden-Württemberg seit 1953. Er ist auch am längsten im Amt, seit 2011. Er regiert also schon seit 15 Jahren. Kretschmann steht für die Politik des Gehörtwerdens. Schon im Jahr 1980 war er erstmals für die Grünen in den Landtag gewählt worden. Seinen Spitzenplatz im Jahres-Ranking wird er erst einmal eine ganze Weile behalten.
Nürtingen | 22.02.2026 - 22:04
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