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10.10.2019 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Opel-Chef Michael Lohscheller über den Umbau nach der Übernahme - Vortrag beim 20. Branchengipfel der Automobilindustrie in Nürtingen

Michael Lohscheller
Michael Lohscheller

(psa) „Möchten Sie bei einem Unternehmen arbeiten, das seit 18 Jahren nur Verluste macht?“, fragte Michael Lohscheller die Teilnehmer des IFA-Branchengipfels in der Nürtinger Stadthalle. Von 1999 bis 2017 habe Opel – unter der Ägide von General Motors – nur minus gemacht. Dann wurde die deutsche Traditionsmarke an den französischen Autokonzern PSA verkauft. Zur Überraschung vieler Experten, die Opel damals schon abgeschrieben hatten, gehe es seitdem bergauf. 2018 machte Opel erstmals wieder Gewinn und auch im ersten Halbjahr 2019 sei mit 700 Millionen Euro Gewinn ein Rekord erzielt worden. „Es sieht so aus, als seien wir auf dem richtigen Weg“, so Lohscheller. Seit der Übernahme durch die Franzosen setze man bei Opel wieder auf deutsche Ingenieurkunst und eigenes Design. In Rüsselsheim seien 15 Kompetenzzentren für die Mobilität der Zukunft eingerichtet worden. Klarer Fokus liege dabei auf Profitabilität und dem Einhalten der CO2-Ziele. Mit der neuen Generation des Corsa gebe es das Modell erstmals mit Elektroantrieb. Außerdem werden die SUV der Marke mit Hybridantrieb ausgestattet. Bis 2024 soll die gesamte Opel-Flotte elektrifiziert sein, so Lohscheller. Außerdem baue das Unternehmen in Rüsselsheim 1300 Ladestationen. Nachdem Opel jahrelang nur in Europa verkaufen durfte, öffnen sich jetzt auch neue Märkte – so sollen im russischen PSA-Werk in Kaluga künftig Opels für den russischen Markt gebaut werden. Die Frage Reindls ob auch China ein Markt für Opel sei, ließt Lohscheller offen. Die Kooperation von PSA mit Dongfeng sei nicht immer ohne Schwierigkeiten.

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