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Tieren beim Überwintern helfen

14.10.2021, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Nabu gibt Tipps, wie der Garten zum Winterquartier für Amphibien, Igel und Insekten wird

Warme Herbsttage werden jetzt von vielen genutzt, um den Garten, die Terrasse und den Balkon winterfest zu machen. Gärten sind wichtige Rückzugsorte für viele Arten, die immer weniger Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten in unserer aufgeräumten Kulturlandschaft finden. Es ist gar nicht schwer, für Igel, Siebenschläfer, Fledermäuse, Vögel und Insekten einen geeigneten Platz zum Überwintern zu schaffen.

„Wer Tieren seinen Garten zum Überwintern anbietet, sollte vielfältige Strukturen erhalten, anstatt mit schwäbischer Gründlichkeit alles aufzuräumen“, rät Aniela Arnold, Naturgartenexpertin beim Nabu Baden-Württemberg. Reisig- und Totholzhaufen, Laub unter Bäumen und Sträuchern, Fallobst oder abgeblühte Stauden, die im Herbst anfallen, bieten tierischen Gartenbewohnern Schutz vor der kalten Jahreszeit und sind eine Nahrungsquelle. Verblühte Wildstauden können bis zum Frühjahr stehen bleiben. Die hohlen Pflanzenstängel nutzen Wildbienenarten wie die Keulhornbiene als Winterquartier. Für die Körnerfresser unter den Gartenvögeln, wie Stieglitz und Dompfaff, sind die Samenstände verblühter Stauden von Wilder Karde, Sonnenblume und Königskerze eine willkommene Energiequelle im Winter. Wilde Ecken mit Brennnesseln, die das ganze Jahr stehen bleiben dürfen, sind für einige Schmetterlinge attraktiv. Von den Blättern ernähren sich die Raupen von Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs und Admiral – zum Verpuppen suchen sie lange Pflanzenstängel oder Sträucher in der Nähe auf, an denen sie sich als Stürzpuppe anheften können.

Die dämmerungs- und nachtaktiven Igel fühlen sich in naturnah gestalteten Gärten wohl, wo sie unter Hecken, Büschen und Bäumen nach Nahrung suchen und sich verstecken können. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Käfer, aber auch andere Kleintiere, die sich unterm Laub verstecken. Darf Laub sowie Grün-, Baum- und Heckenschnitt in einer Gartenecke oder unter Hecken und Bäumen liegen bleiben, können Igel, Spinnen, Käfer, Molche, Raupen und Falter dort im Herbst einen frostfreien Unterschlupf für den Winter finden. Eine Umrandung aus Feldsteinen hält das Material zusammen. „Es sind schon solche kleinen Maßnahmen, die es den Tieren im Garten leichter machen, gut durch den Winter zu kommen und uns wenig Arbeit kosten“, sagt die Nabu-Gartenexpertin.

Igel, Schmetterlinge, Vögel oder Wildbienen können den Garten zu einem Naturerlebnis direkt vor der eigenen Haustüre machen. Für Kinder ist es spannend, dort nach krabbelnden, fliegenden und laufenden Mitbewohnern aus der Tierwelt zu suchen.

Laubhaufen anlegen als Schlafplatz für Igel und Co.; Bäume, Sträucher und Frühblüher pflanzen; Reisighaufen aufschichten oder als Benjeshecke anlegen, damit Eidechsen, Frösche und Vögel einen Unterschlupf finden. pm

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