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Wolfschlugen gänzlich in närrischer Hand

10.02.2018 00:00, Von Daniel Jüptner — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Nach dem Rathaussturm geht in der Verwaltung bis Dienstag nichts mehr

Mit gleich vier Karnevalsgruppen kann Wolfschlugen aufwarten, und sie alle verfolgten am Donnerstagabend nur ein gemeinsames Ziel: den Sturm auf das Rathaus, um den Schlüssel zur Gemeinde an sich zu reißen.

Nur mit vereinter Kraft lässt sich der Narrenbaum vor dem Rathaus hochhieven.  Foto: Jüptner
Nur mit vereinter Kraft lässt sich der Narrenbaum vor dem Rathaus hochhieven. Foto: Jüptner

WOLFSCHLUGEN. Schultes Matthias Ruckh gab sich tapfer, als die Narren durch sein Fenster stürmten, aber unterlag letztlich den Ansturm auf seinen Amtssitz. Um punkt 17.30 Uhr setzte sich der Tross aus den Wolfschlugener Gruppierungen der Herdhau-Hexen, den Narren der Hexabanner, den sexy Fleggahexa und den Guggenmusikern der Hexenbusters am Donnerstag in Bewegung. Mit im Schlepptau auf der Strecke zum Rathaus eine große Leiter, etliche Schaulustige und natürlich ihr meterhoher Narrenbaum. Dieser dient als Herrschaftssymbol der Narren und ist ein Nadelbaum, der bis auf die Krone entastet wurde. Doch es ist gewiss kein Leichtes, einen solch hohen Baum aufzustellen: ein Dutzend kräftiger Männer und Frauen aus allen Gruppierungen packten gemeinsam mit an und hievten den Baum Stück für Stück mit Hilfe von Holzgabeln weiter hoch, eine Viertelstunde Schwerstarbeit, mental unterstützt durch anfeuernde Musik der Hexenbusters. Doch die Mühen des erfolgreichen Aufstellens wurden belohnt mit lautem Beifall, und dieser ermunterte die Narren zu ihrem zweiten Act: dem Sturm auf das Rathaus. Direkt chancenlos war Bürgermeister Matthias Ruckh, als die Narren über eine Leiter durch sein Fenster im ersten Stock stürmten. Anfangs schien es noch, als könnte er sich wehren, doch die Narren waren schlichtweg in der Überzahl und rissen den Schlüssel zur Gemeinde an sich. Bis zum kommenden Faschingsdienstag haben sie somit die Gewalt über die Gemeinde inne und wüten weiter mit ihrem närrischen Treiben, ehe der Baum am Abend symbolisch zersägt und gemeinsam verbrannt wird. Dann kehrt auch wieder Ruhe ein, doch so lange genießen die Wolfschlugener ihre fünfte Jahreszeit.

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