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Giftunfall in Münsingen sorgte für Schlagzeilen

10.08.2020 05:30, Von Joachim Lenk — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die ehemalige Garnisionsstadt Münsingen war am 9. August 1990 in den internationalen Nachrichten

Münsingen im Landkreis Reutlingen, eine Stadt auf der Schwäbischen Alb, die früher nur Schlagzeilen rund um den Truppenübungsplatz machte, war vor 30 Jahren wegen einer ganz anderen Geschichte in aller Munde. Ein „Giftunfall“ in dem 14 000-Einwohner-Ort sorgte beinahe eine Woche lang für Aufsehen in der Medienlandschaft im In- und Ausland.

Männer in Schutzanzügen reinigten die betroffenen Fahrzeuge aus dem weiten Umkreis.  Foto: Lenk/Archiv.
Männer in Schutzanzügen reinigten die betroffenen Fahrzeuge aus dem weiten Umkreis. Foto: Lenk/Archiv.

MÜNSINGEN. Durch Unachtsamkeit waren zwei Behälter mit Pflanzenschutzmitteln auf der Straße ausgelaufen. Mehrere Hundert Fahrzeuge fuhren durch die gelbe Brühe. Es wurde Katastrophenalarm ausgerufen und Autos, Busse, Lastwagen und Fahrräder zum Dekontaminieren zurückgerufen. Es ist der 9. August 1990 gegen 16 Uhr. Ein städtisches Fahrzeug muss an diesem Donnerstag wegen einer roten Ampel am Ortseingang von Münsingen scharf abbremsen. Dabei fallen zwei mit dem Pflanzenschutzmittel Dinitroorthokresol befüllte Glasflaschen um, die bei Umbauarbeiten im Keller des ehemaligen Rathauses im Stadtteil Hundersingen entdeckt wurden. Rund 50 Liter „Raphatox“ verteilen sich auf der Ladefläche und tröpfeln auf die Bundesstraße 465. Der Fahrer wischt die Flüssigkeit auf. Dabei läuft ihm „die gelbe Brühe“, wie er später erzählt, über seine Unterarme. Kurz danach eilt der Bauhof-Mitarbeiter ins Krankenhaus. Die Ärzte verständigen sofort die Polizei, die die Unfallstelle gegen 17.30 Uhr sperrte.


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