Nürtingen

Im Nachhinein

23.02.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Nachhinein

Der arme Kerl. Wie einsam muss er sein. Ganz alleine steht er in der Fußgängerzone und führt Selbstgespräche. Dabei ist er noch jung. Blutjung. Höchstens 20. Ja, unsere Gesellschaft vereinsamt. Immer jünger. Irgendwie erinnert die Szenerie an den Song von den Streets of London. Einsame Menschen in der Großstadt. Jetzt auch hier in Nürtingen. Oder? Je näher man ihm kommt, desto aufgeregter werden seine Gesten. Umso deutlicher die Mimik. Da, sogar ein Lächeln. Der Arm bewegt sich, als würde er jemandem winken. Wie? Er spricht in den schwarzen Fleck an seinem Kinn, der mit den Stöpseln in seinen Ohren verbunden ist? Nach Ende seines vermeintlichen Selbstgesprächs würdigt er den verdutzt stehen bleibenden Betrachter natürlich keines Blickes, so dass eine junge Dame ihre ganze Kunstfertigkeit aufbieten muss, um mit nur einer Hand ihren Kinderwagen an der neokommunikativ erstarrten Salzsäule vorbeizulenken, da sie in der anderen Hand das Handy hält.

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