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Im Kreis herum

19.12.2005 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Kreis herum

Es fing wohl alles damit an, dass der Tiefbauamtsleiter im Urlaub nach Frankreich fuhr. Dort gibt es sicher einen Erlass, dass auf einer Landstraße alle zwei Kilometer ein Kreisverkehr zu kommen hat, damit es den Autofahrern nicht zu wohl wird. Außerdem ist der Kreisverkehr schrecklich praktisch: Man kann so lange drin herumfahren, bis man vergessen hat, wo man eigentlich hin wollte. Weil es in Frankreich so schön war, dachte sich der Tiefbauamtsleiter, wollte er eine Urlaubserinnerung haben und setzte in seine Stadt auch so einen Kreisverkehr. Das sah der Bürgermeister einer Nachbargemeinde und wollte auch so ein Ding haben. Also wurde eins gebaut: mitten am Ortseingang, und jährlich musste der Bauhof das Gemeindewappen in Stiefmütterchen anpflanzen. Das konnte man ein Dorf weiter nicht auf sich sitzen lassen. Eine moderne Gemeinde, so hieß es im Gemeinderat, braucht einen Kreisverkehr. Man beschloss, einen in die Ortsmitte zu bauen. Die im Kreisel entstehende Freifläche schmückte man mit einer Skulptur, die man noch im Lager des Bauhofes gefunden hatte. Bald war im ganzen Umkreis keine Kommune mehr ohne Kreisverkehr. Ob repräsentativ am Ortseingang oder verschämt im Industriegebiet, keine Kreuzung war vor den Planern sicher. Denkmalschützer begannen, sich um die letzten ampelgeregelten Kreuzungen zu kümmern. Der Tiefbauamtsleiter hingegen hat inzwischen England als Urlaubsziel entdeckt. bg


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