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Nürtingen

Grob vernäht

07.12.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) „Amerika ist eine riesige Fassade und wir sind alle Insekten, die über die glänzende Motorhaube eines Cadillac kriechen. Dabei schauen wir uns alle den Lack an, ohne daran zu kratzen, um zu sehen, was sich darunter verbirgt.“ Tom Waits kratzte – und er kratzt weiter – am Lack einer Gesellschaft, der er unter keinen Umständen angehören wollte, nicht einmal in Form jemandes, der gegen sie protestiert. So opponierte er als Jugendlicher nicht nur gegen die Vätergeneration, sondern auch gegen die diese attackierenden Hippies. Dafür verehrte er die Literaten der Beat-Generation, Jack Kerouac und Allen Ginsberg, Später entdeckte er Charles Bukowski und war zu Beginn seiner Musiker-Karriere vermutlich der einzige Disco-Türsteher, den man immer mit einem Buch unterm Arm sah. Wer die Stimme des Sängers, Autors, Schauspielers und Komponisten Tom Waits hört, ist schnell überzeugt, dass dieser Mann es schwer gehabt haben muss. Das ist kein Reibeisen. Das klingt eher, als wäre einem Big Foot der Brustkorb aufgebrochen, mit einem Eimer Rasierklingen gefüllt und wieder grob vernäht worden. Aber es hat was, zumal auch die Instrumentierung meistens klingt, als wolle hier einer gegen wirklich jeden Strom schwimmen. Was tun mit so einem? Sein Manager spannte ihn mit Frank Zappa zusammen, als Support-Act für die „Mothers of Invention“. Interessante Vorstellung! Seinen Stoff lieferte ihm das Leben in schäbigen Motels, wo alte Männer die Lobbys bevölkerten und Geschichten aus dem Amerika der Unterschicht erzählten. Damals trank er viel. Zu viel! Das änderte sich erst, als er 1980 seine heutige Ehefrau Kathleen Brennan traf und heiratete. Tom Waits ist mittlerweile tourmüde, Vater von drei Kindern und heute 60 Jahre alt.


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