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Die linke Klebe

14.08.2006 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die linke Klebe

Gestern war Linkshändertag, internationaler Linkshändertag. Den hat man eingerichtet, um damit allen Leuten klarzumachen, dass es mitten unter ihnen, sozusagen überall, eine Minderheit gibt, die eigentlich ist, wie sie sind. Mit dem einen kleinen Unterschied, dass sie beim Schreiben den Stift lieber in die linke Hand nehmen, beim Essen das Fleisch besser mit der linken Hand schneiden, weil sonst eine erhebliche Verletzungsgefahr besteht. Solche Leute nennt man Linkshänder und die hat man früher mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Heute noch gilt in orientalischen Ländern die Linke als unrein, weil man mit ihr am stillen Örtchen gewisse wenig appetitliche Reinigungshandlungen vornimmt. Man gibt dort nur die rechte Hand zur Begrüßung und wenn man jemanden ganz doll ärgern will, zeigt man ihm den ausgestreckten Mittelfinger der linken Hand. Bis vor vierzig Jahren haben Schüler noch richtig Dresche bekommen, wenn sie mit der linken Hand schreiben oder malen wollten. Bei uns gibt es das heute nicht mehr. Heute können Linkshänder Sachen wie Dosenöffner, Messer oder Scheren kaufen, die so gemacht sind, dass man damit auch mit der linken Hand richtig gut zurechtkommt. Übrigens: Johann Wolfgang von Goethe war Linkshänder. Ludwig van Beethoven auch und Leonardo da Vinci, Albrecht Dürer, Charlie Chaplin und Albert Einstein auch. Marilyn Monroe und Bill Clinton, Greta Garbo und Friedrich Nietzsche machten die meisten Sachen besser mit der linken Hand und waren deshalb kein Haar schlechter als ihre rechtshändigen Kollegen. Ach ja, Linksfüßler gibt es auch. Lothar Emmerich zum Beispiel, ein Fußballer. Der hatte vielleicht eine linke Klebe. Und wenn einer meint, seine linke Hand sei unrein, soll er sie halt waschen oder zum Arzt gehen. heb


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