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Kommentar

Aufbruchstimmung

24.10.2019 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Nürtingens Bewerbung für eine Landesgartenschau hat einen kräftigen Schub bekommen und dafür hat, wie zu hören war, nicht unwesentlich der neue Oberbürgermeister Johannes Fridrich gesorgt. Während bei der Bewerbung vor zehn Jahren die geplante und höchst umstrittene zweireihige Bebauung des Wörth-Areals als glühend heißes Eisen vom selben beratenden Büro erst gar nicht angefasst wurde, fällt die Empfehlung für eine einreihige Bebauung und damit für mehr Spielraum bei der Gestaltung von stadtnahen Erholungs- und Naturflächen, ohne die eine erfolgreiche Bewerbung kaum möglich ist, eindeutig aus. Nun kann man zwar sagen, im Laufe der Jahre haben sich, wohl auch bedingt durch die Erfordernisse des Hochwasserschutzes, andere Erkenntnisse ergeben, die Fronten blieben aber dennoch lange verhärtet. So ist es leicht vorstellbar, dass die Linie, die von der obersten Verwaltungsspitze vorgegeben wurde, nun eine Wende einzuläuten scheint. Auch beim zweiten Thema, dem Zugang zur Stadt und der Erlebbarkeit ihrer Schauseite, ist Fridrichs Handschrift zu spüren, hat er das doch zu einem wichtigen Punkt in seinem Wahlkampf um den Sessel des Oberbürgermeisters gemacht.

Es scheint Fridrich gelungen zu sein, Gräben zuzuschütten, was das einhellige Votum des Gemeinderats zeigt. Weitere harte Nüsse werden noch zu knacken sein, zeichnen sich doch Diskussionen um die Bebauung Am Wasen, dem ehemaligen Psychiatriegelände, bereits ab. Wenn diese von allen Seiten sensibel geführt werden, könnte es Fridrich nur recht sein. Zunächst einmal hat der Oberbürgermeister jedoch eine Aufbruchstimmung erzeugt.

Nürtingen