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Afro Kids Nürtingen setzt sich gegen Diskriminierung im Alltag ein

01.06.2021 05:30, Von Anneliese Lieb — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In Nürtingen wird eine Gruppe „Afro Kids Nürtingen“ gegründet, die sich nach Corona einmal im Monat im Martin-Luther-Hof trifft

Wie reagiert eine Mutter, wenn fremde Menschen ihrem dunkelhäutigen Kind über die Locken streichen? „Ich war sehr irritiert“, sagt Manuela Häberle. Bei ihren großen Söhnen ist ihr das nie passiert. Die Nürtingerin ist in zweiter Ehe mit Marcel Nyam a Mbamba verheiratet. Ihre Erfahrungen über Rassismus möchten sie mit Betroffenen in der Afro-Kids-Gruppe austauschen.

Manuela Häberle und Marcel Nyam a Mbamba haben in Nürtingen die Gruppe „Afro Kids Nürtingen“ gegründet. Die Treffen sind – sobald es Corona zulässt – im Luther-Hof.  Foto: Lieb
Manuela Häberle und Marcel Nyam a Mbamba haben in Nürtingen die Gruppe „Afro Kids Nürtingen“ gegründet. Die Treffen sind – sobald es Corona zulässt – im Luther-Hof. Foto: Lieb

NÜRTINGEN. Manuela Häberle, nebenberuflich Kirchenmusikerin an der Nürtinger Lutherkirche, hatte sich vor ihrer Heirat mit Marcel Nyam a Mbamba kaum Gedanken darüber gemacht, mit welchen Vorurteilen Menschen mit dunkler Hautfarbe in Europa beziehungsweise hier in Deutschland konfrontiert werden. „Mein Mann stammt aus Kamerun und durch seine Erfahrungen wurden mir schmerzlich die Augen geöffnet. Niemals hätte ich gedacht, dass es hier in Deutschland einen solchen Unterschied macht, welche Hautfarbe man hat.“ Aus persönlicher Erfahrung weiß Manuela Häberle, dass es dunkelhäutige, sie spricht bewusst von Schwarzen Menschen, auch in Nürtingen schwerer haben. „Schon bei grundsätzlichen Dingen wie beispielsweise Bewerbungen für eine Arbeitsstelle oder bei der Wohnungssuche werden sie häufig benachteiligt“, sagt die Nürtingerin. Sie berichtet über rassistische Beleidigungen und Ausgrenzungen aufgrund der Hautfarbe und der Herkunft. Ihr Mann, der in Kamerun Ballett studiert hat und als Leiter des nationalen Ballettensembles weltweit auf Tourneen war, lebt seit 18 Jahren in Deutschland. Er spricht mehrere Sprachen, kann sich auch in Deutsch sehr gut ausdrücken, stellt aber immer wieder fest, dass es bei Begegnungen zunächst Vorbehalte gibt. „Ich musste kämpfen, dass ich meinen Platz in dieser Gesellschaft finde. Ich hatte gehofft, hier als Mensch überzeugen zu können, musste aber die Erfahrung machen, dass meine Hautfarbe immer im Vordergrund stand und steht.“


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