Nürtingen

300 Schüler diskutieren Wege in eine gerechtere Zukunft

19.01.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wie viel Fläche steht einem einzelnen Menschen zur Verfügung, wenn man die vom Menschen nutzbaren Ländereien der Erde durch die Bevölkerung teilt? Exakt 1,4 Globalhektar, wie die Maßeinheit für den „ökologischen Fußabdruck“ genannt wird. Davon ist Europa derzeit weit entfernt: Um den deutschen Lebensstandard zu halten, verbraucht jeder Bundesbürger umgerechnet rund 4,2 Globalhektar. „Es ist sehr leicht, die ökologischen Grenzen zu überschreiten. Es fällt zunächst erst gar nicht auf“, heißt es dazu in einem Informationsfilm, der am Dienstag in einem Aktionstag in der Nürtinger Stadthalle K3N rund 300 Schülern der Neckar-Realschule, der Rudolf-Steiner-Schule und des Wendlinger Robert-Bosch-Gymnasiums vorgestellt wurde. „Wir betreiben einen Raubbau an der Natur und zerstören unsere natürlichen Lebensgrundlagen“, mahnte zuvor bereits Moderator Björn Wiele (Bild). Der Politikwissenschaftler des Vereins Multivision betreut die bundesweite Bildungskampagne „Fair Future“, die Schülern Wege zu einer gerechteren Welt aufzeigen will. Komplexe Themen wurden dazu in dem 45-minütigen Film angesprochen: Konsum, Ungerechtigkeiten im Welthandel, der Klimawandel, der Missbrauch von Kindern als billige Arbeitskräfte oder auch die absurde Tatsache, dass manche afrikanische Nationen Futtermittel für die europäische Viehzucht exportieren, während die eigene Bevölkerung am Hungertuch nagt. Komplexe Themen, die vor allem jüngere Schüler an ihre Grenzen brachten. „Die Themen müssen im Unterricht natürlich nachgearbeitet werden“, weiß Wiele, der den Schülern aber auch Mut machte: Schon kleine Schritte, etwa der Kauf von fair gehandelten Produkten, könnten etwas bewirken. ath

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