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Zweifel dürfen erlaubt sein

04.05.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Maike Pfuderer, Stuttgart. Nach der samstäglichen Leserbrieflektüre meiner Heimatzeitung bin ich doch erstaunt, wie sehr die Gegner eines funktionierenden Bahnknotens in Stuttgart, auch S 21-Befürworter genannt, Morgenluft wittern. Ich frage mich nun wirklich mit welcher Begründung. Im Februar veröffentlichte Stiftung Warentest eine Studie, in der genau dieser vermeintlich unzeitgemäße Kopfbahnhof in unserer Landeshauptstadt zu den pünktlichsten überhaupt gehört. Ist das nun unzeitgemäß? Wird ein Bahnhof, bei dem sich die Bahnsteige nur über Rolltreppen und Aufzüge erreichen lassen, dann wirklich dadurch vorteilhaft, dass er die bisherige Barrierefreiheit einbüßt? Ist es insgesamt wirklich sinnvoll, einen Bahnhof mit Milliardenkosten in einen geologisch riskanten Untergrund zu verlegen und in der Fahrtrichtung zu drehen?

Hier dürfen zumindest Zweifel erlaubt sein. Zweifel, die im Übrigen die Deutsche Bahn teilt und das ganze Projekt einem Stresstest unterziehen wird. Zweifel an der Finanzierung kamen schon in der Woche vor der Landtagswahl durch Hamid Azer, immerhin Projektverantwortlicher der DB. Diese Zweifel motivierten ihn zu einem Brandbrief an den Vorstand der DB, in dem er die Einsparungen von 800 Millionen Euro von 2009 für nicht gesichert hielt.

Ich schlage den Befürwortern daher einfach vor, ihre Euphorie zu dämpfen, noch herrscht vernünftigerweise ein Baustopp bei S 21, das ab Mitte Mai Grün-geführte Ministerium für Verkehr und Infrastruktur wird die Zahlen der Bahn dann auf ihre Realitätsnähe prüfen und die Regierung wird mit diesem Ergebnis und den Erkenntnissen des Stresstests dann die notwendigen Schlüsse ziehen.

Hierfür gibt es im Koalitionsvertrag klare Regelungen, einen Kostendeckel von 4,5 Milliarden Euro, mehr Geld gibt es also nicht von Baden-Württemberg und das wird sicher nicht reichen. Also kein Grund für Morgenluft, liebe S 21-Befürworter!

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