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Zukunftsträchtige Entscheidung

25.05.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ursula Haidle, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Doch grünes Licht für 30-Minuten-Takt“ vom 20. Mai.

Zweite Chance für den Busverkehr zwischen Aichtal und Nürtingen: Nachdem der Aichtaler Gemeinderat im Februar gegen mehr Fahrten zwischen Aichtal und Nürtingen gestimmt hat, wurde diese Entscheidung nun revidiert. Auch andere Änderungen im ÖPNV hat das Gremium beschlossen. Unser Gemeinderat hat doch noch für den 30-Minuten-Takt der Linie 167 gestimmt! Super! Und damit nicht genug. Neuenhaus bekommt wieder eine Direktverbindung per Expressbus X 16 nach Nürtingen. So wie wir es seit jeher hatten. Tagtäglich eine Busverbindung nach Nürtingen – ohne Umstieg in Grötzingen. Mit einer Fahrzeit von 22 Minuten zwischen Neuenhaus und Bahnhof Nürtingen. Das weckt Erinnerung an die „gute alte Zeit“, als es mit „Lieb’s Autoreisen“ täglich und auf direktem Weg nach Nürtingen ging. Sicherlich nicht in 22 Minuten. Dafür hatten wir Jugendlichen ein Luxusproblem. Konnten wir doch auswählen, ob wir sonntags nach Waldenbuch oder Nürtingen ins Kino gehen. Und das alles mit dem Bus. Auch damals fuhren zwei Busse hintereinander durchs Aichtal, allerdings der eine nach Stuttgart und der andere nach Nürtingen.

Aber die Krönung ist die neue Taktung der Linie 167. Künftig müssen wir uns, zumindest werktags, nur noch maximal 30 Minuten die Füße in den Bauch stehen. In Grötzingen. Ein Wartehäuschen gibt es nämlich an der Umsteigehaltestelle „Aichtaler Hof“ nicht. Ein paar Meter weiter, auf Höhe Kriegerdenkmal, fristet das bisherige Wartehäuschen mit Dach und Sitzgelegenheit sein trauriges Dasein. Aber dafür haben wir auf dem Rückweg an der Umsteigehaltestelle „Grötzingen Ortsmitte“ ein schnuckeliges Glaswartehäuschen mit Sitzplatz. Leider wird es darin, je nach Wetter und Anzahl an Umsteigern, etwas eng.

Zur Auslastung der Linie 167. Ja, die Schüler bilden das Hauptaufkommen der Fahrgäste. Das war immer schon so und wird es auch bleiben, solange unsere Kinder auswärts zur Schule gehen müssen. Das wird sich in absehbarer Zeit wohl nicht ändern. Oder? Ansonsten fahren die, die schon immer gefahren sind. Das Fahrgastaufkommen, so habe ich es beobachtet, ist in der Schönblicksiedlung, Froschegert und Rudolfshöhe noch etwas verhalten, aber auch dort gibt es Jugendliche und ältere Menschen, die auf den ÖPNV angewiesen sind. Also herzlichen Dank, lieber Gemeinderat, für diese zukunftsträchtige Entscheidung.

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