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Zieht jeder raus, was er selber hören will?

18.12.2019 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dieter Hiemer, Neckartailfingen. Zum Kommentar „Viele Lichtblicke“ vom 7. Dezember. Nach Matthäus Klemkes Kommentar zur Bürgerversammlung in Neckartailfingen glaubte ich, eine andere Veranstaltung besucht zu haben. Der Teufel soll an die Wand gemalt worden sein und so viele Menschen hätten sich den Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen entgegengestellt, um nur zwei Aussagen des tendenziösen Beitrages aufzugreifen. Ich behaupte, der Teufel wurde nicht an die Wand gemalt und die „vielen Menschen“ waren genau fünf von neunzig, die sich mit Wortmeldungen um das Wohlergehen der lieben Asylanten sorgten. Genau den gleichen Besuchern aber waren die Probleme, Sorgen und Ängste der dort wohnenden Bürger nicht auch nur ein Wort des Verständnisses wert.

Als eine junge Frau berichtete, dass sie schon mehrmals von den Männern angemacht worden sei, wurde dies von jener Handvoll Menschen mit fadenscheinigen Gegenreden abgetan und von Herrn Klemke sogar ins Lächerliche gezogen. Es ist ja bis auf ein paar „Einzelfälle“ von Morden und Vergewaltigungen nichts passiert in Deutschland und schon gar nicht in Neckartailfingen, sieht man einmal von den Attacken eines Syrers ab, wegen dem ein Sicherheitsbeamter eingestellt werden musste und dem dann sein Aufenthalt in Stammheim gutgetan haben soll, so Bürgermeister Gertitschke. Wenn man permanent in der Nachtruhe gestört wird und Fremden selbst das Grundstück der Nachbarn nicht heilig ist, frage ich mich, ob man das alles dulden muss.

Über 230 Stimmen wurden für diese Bürgerversammlung abgegeben., wobei nur ein geringer Teil der Neckartailfinger Einwohnerschaft befragt worden war. Dass lediglich 90 dieser 230 gekommen sind und sich nur wenige zugunsten der betroffenen Familie und Anlieger äußerten, ist schade. Der Grund dafür: Die meisten trauen sich nicht, ihre Meinung zu sagen. Lapidar wurde von Herrn Klemke zudem geschrieben, dass die Familie Roth gar nicht anwesend gewesen wäre. Zu gutem Journalismus hätte es gehört, zu erwähnen, dass sich Herr Roth im Krankenhaus befand beziehungsweise befindet.

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