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Leserbriefe

Zeit verschlafen?

14.03.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Herbert Greiß, Nürtingen. Zum Leserbrief Streuobstwiesen erhalten vom 1. März. Erich Besemer ist nun endlich auch aufgewacht und macht sich beziehungsweise übernimmt Gedanken zum Erhalt der Streuobstwiesen. Natürlich fehlt es den Besitzern an Motivation, werden sie doch durch zu geringe Erlöse, Verordnungen und Verbote verunsichert, sodass sie am liebsten gar nichts tun. Das Projekt von Herrn Frey in Zusammenarbeit mit der Braikeschule ist sicher sehr erfreulich und zu begrüßen. Die Schülerinnen und Schüler werden zumindest am Anfang des Projekts mit Feuereifer dabei sein. Aber ich bezweifle, dass der zeitliche Rahmen, den die Schüler und Lehrer zur Verfügung haben, für zwei Streuobstwiesen ausreicht zirka fünf Bäume von jung bis alt hätten auch gereicht.

So ein Projekt artet meines Wissens nämlich in Arbeit aus. Für den Schnitt eines alten Streuobstbaumes ist mit Aufräumen des Flächenloses mindestens mit einem halben Tag (fünf Hektar) zu rechnen. Was passiert, wenn ein Kind von der Leiter oder vom Baum fällt beziehungsweise nachher beim Krählamacha der erste Finger am Boden liegt.

Den Ertrag von Obst im Rechenunterricht zu berechnen, ist bestimmt super und gibt bei normalem Obstertrag auch eine schöne Summe, falls die Annahmestelle einen ordentlichen Preis bezahlt, zum Beispiel 15 Euro für 100 Kilogramm Äpfel. Aber bitte mindestens einmal die Woche auflesen, damit die Qualität stimmt!

Im Rechenunterricht sollte nach einem Jahr auch der Stundenlohn (Motivation für jeden Arbeiter) ausgerechnet werden. Die Schüler und Lehrer werden ihren Augen nicht trauen, wenn vor der ersten Zahl ein Minus steht. 14 Schüler plus ein Lehrer wöchentlich eine Schulstunde gibt 11,25 Stunden Arbeitszeit. Bitte alle Arbeitszeiten und Nebenkosten festhalten: Bäume schneiden, Reisig auflesen, mähen, Obst auflesen, Betriebskosten für Motorsäge, Holz- und Obsttransport, Grundsteuer, Beitrag für landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft auch kann errechnet werden, wer am meisten am Obst verdient. Erlös für 100 Kilogramm Äpfel zum Beispiel 15 Euro. 100 Kilogramm ergeben mindestens 70 Liter Apfelsaft, diese wiederum 140 Liter Apfelschorle 0,5 Liter Apfelschorle im Lokal 2,80 Euro.

Ich wünsche Herrn Frey und allen Beteiligten auf jeden Fall viel Erfolg mit seinem Projekt!

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