Leserbriefe

Wörth: Gegner hoffen auf die Petition

19.01.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kuno Giesel, Nürtingen. Zum Artikel „Gemeinderat bringt Wörth auf den Weg“ vom 17. Januar. Ist das der immer angepriesene Modellfall für Bürgerorientierung in Nürtingen? Obwohl der Stadtverwaltung und angeblich dem Gemeinderat die Situation die ganze Zeit bekannt war (oder nur bekannt gewesen sein sollte?), wurden der Bevölkerung immer nur die harmonischer wirkenden Pläne für das gesamte Gebiet gezeigt, nie, wie es tatsächlich aussehen wird. Vortäuschung falscher Tatsachen und nach Wulffscher Salamitaktik wird immer nur so viel bekannt gegeben, wie unbedingt notwendig ist? Wo sind die Pläne mit den bestehenden Gebäuden? Wenn die Situation wirklich von Anfang an bekannt war, sollten diese ja fertig in der Schublade liegen. Warum werden sie nicht veröffentlicht, um Klarheit zu schaffen? Obwohl hier nicht „nur“ Sand Im Getriebe ist, sondern ein klarer, von Anfang an geplanter Getriebedefekt vorliegt, von fünf Gängen der mittlere nicht funktioniert, wollen Stadtverwaltung und eine deutliche Mehrheit der Gemeinderäte nun mit Vollgas weiter, nach dem Motto: Die beiden Gänge zum Anfahren und die letzten Gänge zum Vollgasfahren funktionieren ja. Dazwischen improvisieren wir.

Man könnte meinen, dass sich Nürtingen dem Kreise S 21, Flughafen Berlin, Elb-Philharmonie und Nürburgring anschließen möchte, ähnlich dem Kapitän der Concordia: Bis jetzt ging es immer gut, Augen zu und Vollgas voraus, bloß nicht über Probleme und Gefahren nachdenken. Wenn erst einmal mit dem Bauen begonnen wurde, gibt es eh kein zurück mehr. Ich bin gespannt, wie der Hochwasserschutz für das bestehende Gebäude gelöst wird, wie das dann aussieht (1,8 Meter hohe Mauer rund um das Bestandsgebäude?) und was das kostet. Dass die letzten Schritte auch noch hinter verschlossenen Türen stattfinden und bis heute die Stadt die Hochwassergefahrenkarte noch nicht bekannt gegeben hat, gibt dem Ganzen noch einen besonderen Beigeschmack. Da nun doch verkauft wird, bleibt nur noch zu hoffen, dass bei der Petition mit mehr Sachverstand herangegangen wird.

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