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Wo bleibt die Siemens-Turbine?

30.07.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Leserbrief „Trotz russischer Lieferungen: Bund verschärft Gasfahrplan“ vom 22. Juli.

Mehr Gas aus Russland – aber wo bleibt die Siemens-Turbine? Gas aus Russland fließt wieder zuverlässig durch die Nord-Stream-1-Pipeline, aber nur 40 Millionen Kubikmeter pro Tag. Das ist genauso viel wie vor der jährlichen Revisionspause. Allerdings wären 167 Millionen Kubikmeter pro Tag möglich, wenn die Siemens-Turbine von Kanada über Deutschland endlich geliefert wird. Robert Habeck als zuständiger Minister für den Wirtschaftskrieg gegen Russland hat in den letzten Tagen überall verkündet, dass er mit Kanada eine Ausnahme von den Sanktionen verhandelt habe, damit die reparierte Siemens-Turbine eingebaut werden kann und Putin keinen Grund mehr hat, zu wenig Gas zu liefern.

Allerdings wollte Kanada nur an Deutschland liefern, damit die weitere Regelung in deutscher Verantwortung erfolgt. Aber wo bleibt die Turbinenlieferung eigentlich? Kein Wort mehr von Habeck – auch nicht im Artikel in der Nürtinger Zeitung. Nur Selenskyi aus der Ukraine hat sich bereits empört geäußert, dass Deutschland die Sanktionen bricht. Ist das der Grund für die weitere Verzögerung? Das wäre sehr schade, denn die vereinbarte Menge von 167 Millionen Kubikmeter Gas wäre für die Menschen in Deutschland eine Entlastung und ein Zeitgewinn für weitere Verhandlungen zu einer dauerhaft friedlichen Lösung. „Wandel durch Annäherung“ war auch damals mit Willy Brandt, Egon Bahr und Helmut Kohl die richtige Politik zur Einigung mit Russland – bis sogar die Mauer geöffnet wurde – friedlich. So etwas muss doch auch heute möglich sein, statt „Russland ruinieren“ und „schwere Waffen“ als Ziel deutscher Ampel-Politik zu verfolgen. Wie soll das Leid der Menschen jemals beendet werden?

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