Leserbriefe

WLAN-Hype in Beuren – Gesundheitsrisiko

28.12.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Groschupp, Großbettlingen. Zum Artikel „Vom freien WLAN profitiert der ganze Ort“ vom 14. Dezember. Es war zunächst ein positiver Anlass des Arbeitskreises Asyl, Geflüchteten die Möglichkeit zu schaffen, kostenlos mit ihren Familien in der fernen Heimat in Kontakt zu treten. Aber mit WLAN? In der Dichte sei das Netz „mit über 60 Routern als Knotenpunkte im Ort verteilt einzigartig in Beuren“, brüstet sich die dortige „Initiative Freifunk“. Und es kämen jede Woche weitere dazu. Da selbst das Bundesamt für Strahlenschutz „angesichts der weiterhin bestehenden wissenschaftlichen Unsicherheiten über mögliche gesundheitliche Auswirkungen . . . Vorsorgemaßnahmen“ empfiehlt, ist höchste Vorsicht geboten. Denn die deutschen Grenzwerte zeichnen sich nicht in diesem Sinne aus. Eher in der Umsetzung hemmungsloser Industriewünsche.

Anlass zur Sorge gibt es genug. In der Erklärung von Nikosia (November 2017) fordern Ärztekammern den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Handystrahlung und das Verbot von WLAN an Bildungseinrichtungen. Nicht ohne Grund! Denn in einem frühen Entwicklungsstadium gebe es Grund zu „besonderer Besorgnis“. Und weiter: „Es können beispielsweise Krebs oder Folgen für die Kognition ausgelöst werden. Die  wissenschaftlichen Hinweise nehmen zu.“ Die Geschichte hat gezeigt, dass es immer angebracht ist, selbst zu denken und sich zu informieren. Und nicht jeder Massenbegeisterung (neudeutsch: Hype), wie zum Beispiel für ein neues Produkt, zu folgen. Vieles, bei Weitem nicht alles, hat sich als Sackgasse erwiesen.

Man denke nur an das geradezu groteske Röntgen der Füße in Schuhgeschäften in den 60er-Jahren. Wer dachte da schon an mögliche Folgen? Seinerzeit wurde es bei Kinderschuhen, insbesondere bei Babyschuhen angewendet. Sie konnten ja nicht sagen, wo es drückt. Ich behaupte: Dieser Mobilfunk und WLAN werden eines Tages auch auf der Liste des Scheiterns stehen. Aus gesundheitlichen Gründen. Es bleibt nur die Frage offen, wann es so weit ist. Bis da sollten wir über viele Warnungen, wie aus der Nikosia-Konferenz nachdenken, die dringend empfiehlt, drahtlose Netzwerke in Kindergärten, Vorschulen und Schulen zu verbieten. Dort sollten kabelgebundene Verbindungen eingesetzt werden. Man mahnte dringend, sich an das Vorsorgeprinzip sowie an die „Resolution 1815 des Europarats zu halten, um alle vernünftigen Maßnahmen zu ergreifen, die Exposition gegenüber hochfrequenten Feldern zu verringern“. Auch in Beuren sollte man nicht vergessen, über mögliche Folgen nachzudenken. Die Regierungen scheinen dort (noch) nicht angekommen zu sein. Ein mir persönlich bekannter Literaturprofessor brachte es in einem Buch auf den Punkt und lässt hoffen: „Bürger denken vor – Regierungen wieder nach.“

Leserbriefe

Die zwei Seiten der Medaille

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