Leserbriefe

Wir zerstören unsere Wurzeln

02.05.2019 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Haug, Frickenhausen. Zum Leserbrief „2010 war Herr Blessing für den ,Ochsen‘-Erhalt“ vom 20. April und zum Artikel „,Ochsen‘ macht Platz für eine Seniorenanlage“ vom 11. April. Dass die Kinderbetreuung in Frickenhausen zu den besseren in der Umgebung zählt, muss nicht besonders erwähnt werden. Schon seit Jahrzehnten wird im Gemeinderat – vor allem auf Betreiben der SPD – dem Bedürfnis der Eltern zur besseren Betreuung ihrer Kinder Rechnung getragen. Das schließt allerdings nicht aus, dass sich mancher noch Besseres vorstellen kann. So wurde an mich vor Kurzem erst die Bitte nach noch flexibleren Öffnungszeiten bis 18 Uhr am Abend und auch an Freitagen herangetragen. Auch der Versuch der SPD-Fraktion, ein zusätzliches Angebot für die Ausbildung von Erzieherinnen oder Erziehern zu schaffen, wird von uns weiterverfolgt. Leider sind wir dabei im ersten Anlauf gescheitert.

Die praxisorientierte Ausbildung (PIA), ein baden-württembergischer Exportschlager, wird leider von den Verantwortlichen in Frickenhausen ignoriert. Ob sich das für uns in Zukunft nicht noch rächen wird? Nach wie vor sehen wir es als unsere Aufgabe als kritisch engagierte Gemeinderäte an, Fehlentwicklungen oder Missstände anzusprechen, meist als Einzige und oft nicht zum Wohlgefallen der Verwaltung. Fakt ist, dass die Neuverschuldung der Gemeinde mit drei Millionen Euro im Haushalt steht. Zu Beginn der Beratungen war man noch von nur zwei Millionen ausgegangen. Dies ausschließlich auf den Ausbau des Erfolgsmodells Gemeinschaftsschule zu schieben, ist aus unserer Sicht falsch. Dazu passt, dass sich beim Bauvorhaben Ortsmitte Tischardt die Planungskosten um 100 000 Euro erhöht haben, ohne dass die Bausumme gestiegen ist. Auch dazu konnten die Verantwortlichen trotz unserer Nachfrage keine Erklärung abgeben.

Noch ein letztes Wort von meiner Seite zum „Ochsen“: dass das Gebäude spätestens seit dem Abbruch des Anbaus nicht mehr zu retten war, bedarf keiner weiteren Erwähnung. Die Gründe hierfür waren und sind vielschichtig und viele haben dazu ihr Scherflein beigetragen. Dass aber nicht einmal der Minimalkonsens von 2014, die Gestaltung der Fassade, ernsthaft verfolgt wurde, ist ein Armutszeugnis. Der Ortskern Frickenhausen erhält einen weiteren Zweckbau. Nicht diejenigen, die aus der Fremde zu uns kommen, zerstören unsere Wurzeln und unsere Heimat. Einmal mehr tun wir das selbst!

Leserbriefe

Wasen-Pläne noch mal genau überdenken

Anke Gottschling, Nürtingen. Zum Artikel „OB legt sich für die Wasen-Pläne ins Zeug“ vom 28. November. Ich und meine zwei Kinder wohnen sehr gerne in Nürtingen am Neckar. Mit Erschrecken habe ich kurz vor der Sitzung am 26. November im Rathaus und dann auch dort von den Plänen für den Wasen…

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