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Wie wichtig ist den Bürgern der „Ochsen“?

15.07.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Haug, Frickenhausen, SPD-Gemeinderat. Es ist grundsätzlich zulässig, dass der noch amtierende Gemeinderat in seiner letzten Sitzung auf Antrag der CDU in geheimer Abstimmung mit Mehrheit den Abbruch des „Ochsen“ beschlossen hat. Warum jedoch das Gremium nicht offen zu seiner Meinung stehen wollte oder konnte, ist für mich nicht nachvollziehbar. Erst im Jahr 2007 hat der Gemeinderat den „Ochsen“ gekauft und ist dabei der Begründung von Bürgermeister Kuhn gefolgt, es sei ein ortsbildprägendes Gebäude.

Im Nachhinein rächt sich wieder einmal der Versuch, Gemeinderatsarbeit im Wege der vertrauensvollen Zusammenarbeit zu gestalten. Es wäre für die SPD-Fraktion, die vehement für den Erhalt des Gebäudes eintritt, ein Leichtes gewesen, vor der Wahl durch Abstimmungen das Thema „Ochsen“ zu polarisieren. Dies nicht zu tun war offensichtlich ein schwerer Fehler und kann nunmehr dem „Ochsen“ den „Kopf“ kosten.

Ein weiterer schwer nachteiliger Aspekt ist mir ebenfalls in den letzten Tagen so recht deutlich geworden – die Gestaltung der Gremienarbeit im Drei-Teile-Ort Frickenhausen. Die Ortsteile Linsenhofen und Tischardt verfügen über Ortschaftsräte, die mehr oder weniger stark die Interessen der Ortsteile vertreten und auch gegenüber dem Gemeinderat durchsetzen. Nicht so der Ortsteil Frickenhausen. Für diesen werden die Beschlüsse sämtlich im Gesamtgemeinderat beschlossen, ohne dass vorher eine Beratung innerhalb des Ortsteils vor sich geht. Meine feste Überzeugung ist: Ein Ortschaftsrat Frickenhausen hätte niemals einem Abriss des „Ochsen“ zugestimmt.

Am schlimmsten ist für mich die Tatsache, dass Entscheidungen im Gemeinderat oftmals getroffen werden, ohne dass nach Alternativen gefragt wird oder Folgen für die zukünftige Entwicklung unserer Gemeinde aufgezeigt werden. Es ist unbestritten, dass wir schon seit mehreren Jahrzehnten ein Pflegeheim und betreute Wohnungen in Frickenhausen benötigen. Aber es gibt auch mindestens zwei alternative ortsnahe, vielleicht sogar bessere Standorte. Zum Abschluss: Sollte der Gemeinderat bei seinem Beschluss bleiben, fällt der „Ochsen“, es sei denn der Widerstand der Frickenhäuser äußert sich nicht nur hinter vorgehaltener Hand, sondern es wird endlich einmal offen ausgesprochen, was den Frickenhäusern wichtig ist, zum Beispiel jetzt der Erhalt des „Ochsen“.

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