Leserbriefe

Wie ich zum S21-Gegner wurde

19.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Marc Sink, Oberboihingen. Von S21 habe ich zwar immer wieder mal was gehört oder gelesen, aber eine grafische bildhafte Darstellung gab es nicht wirklich. Ich dachte, das ist ein tolles Projekt. Warum? Weil ich den Politikern und der Bahn meinen Glauben schenkte! Es wurde auch immer Werbung gemacht und die Vorteile geschickt dargestellt. Als die Proteste dann immer stärker wurden, habe ich mir das Vorhaben vor Ort angeschaut. Und ehrlich gesagt, ich war geschockt und entsetzt: Nun soll der Bahnhof um 90 Grad gedreht werden, unterirdisch sich auf 8 Gleise reduzieren, einige hundert Bäume im Park gefällt beziehungsweise der denkmalgeschützte Bahnhof teilweise abgerissen werden. Das Gleisvorfeld wird dann von einer dubiosen Stiftung vermarktet.

Ab diesem Zeitpunkt sagte ich: Stopp! Hier läuft irgendetwas schief. Ich unterstelle mal bewusst, dass man absichtlich nicht mit konkreten Plänen breitflächig an die Öffentlichkeit ging. Sichtlich wollte man das Projekt durchboxen, koste es, was es wolle. Man ahnte vielleicht den Aufstand? Deshalb wollte man auch keine Volksabstimmung. Das ganze Projekt hat von Anfang ein Gschmäckle. Fast täglich gibt es neue Hiobsbotschaften. Da mag die Kostenfrage nur ein kleiner Teil sein. Man kann zwar oberflächlich sagen, ich bin für S21, aber wenn man sich ernsthaft damit befasst, sich selbst vor Ort ein Bild verschafft, dann wird man eher gegen das Projekt sein. Natürlich muss man Verträge einhalten, man kann sie aber auch ändern: 1. Der Vertrag wurde zwischen zwei staatlichen Organen geschlossen, da gelten andere Gesetze (sagen auch Verfassungsrechtler). 2. Das Parlament wurde getäuscht, es gibt Dokumente, die dies hieb- und stichfest beweisen. 3. Die Verfassungsfrage wegen der Finanzierung ist nicht geklärt. Das Land darf sich an diesem Projekt eigentlich gar nicht beteiligen. Somit ist die Geschäftsgrundlage weggefallen.

Fazit: Einen Bahnhof, der nicht deutlich besser ist, muss man nicht bauen! Daher wähle ich am 27. November „Ja“ zum Ausstieg!

Leserbriefe

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