Leserbriefe

Wie aus einem Paulus ein Saulus wird

29.11.2019 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rolf Weber, NT-Neckarhausen. Zum Leserbrief „Es geht um Bewahrung der Schöpfung“ vom 12. November. Es überrascht nicht gänzlich, dass von dieser Seite sachliche Argumente durch die rhetorische Keule ersetzt werden und indirekt sogar der Eindruck erweckt werden soll, dass meine Einlassungen als „neurechter Spruch“ „von rechter beziehungsweise rechtsradikaler Seite“ zu werten sind. Ich rege an, von Argumenten im Stile „Es geht um die Bewahrung Gottes Schöpfung“ nur äußerst behutsam und dann bei auch passender Gelegenheit Gebrauch zu machen.

Wir sollten uns nicht am amerikanischen Präsidenten Trump orientieren, der im politischen Diskurs inflationär Superlative bemüht. Nicht jeder Zweck – hier: Andersdenkende mundtot zu machen – heiligt alle Mittel. Interessant zu hören, dass sich die Grünen nach 40 Jahren auch in der internen Auseinandersetzung zu einer homogenen Gemeinschaft ohne Gegensätze (es gibt keine „Fundis“ mehr) entwickelt haben sollen. Hier ist, wie so oft, der Wunsch Vater des Gedankens.

In der aktuellen positiven Außenwahrnehmung haben die Grünen zurzeit die CDU und SPD abgehängt, deren Flügelkämpfe oft ungewollt kontraproduktiv wirken. Ältere Jahrgänge werden sich sicherlich noch gut daran erinnern, dass nicht nur der „Klimaschutz“ „zum grünen Markenkern“ gehört (e), sondern insbesondere ihre pazifistische Einstellung. Es war ein Fanal, dass sich ausgerechnet die Grünen, vertreten durch Außenminister Joschka Fischer, 1998 erst für die Beteiligung der Bundeswehr am Einsatz der NATO im Kosovokrieg und ab 2001/2002 am Krieg in Afghanistan ausgesprochen hatten. Fischer wollte 2003 sogar den Irakkrieg der USA unterstützen. Hieran lässt sich beispielhaft aufzeigen, dass es nur eines charismatischen und durchsetzungsfähigen „Vordenkers“ bedarf und dann ist alles möglich! Dann kann auch aus einem Paulus ein Saulus werden. Manchmal reichen dafür schon Worte.

Leserbriefe

Wasen-Pläne noch mal genau überdenken

Anke Gottschling, Nürtingen. Zum Artikel „OB legt sich für die Wasen-Pläne ins Zeug“ vom 28. November. Ich und meine zwei Kinder wohnen sehr gerne in Nürtingen am Neckar. Mit Erschrecken habe ich kurz vor der Sitzung am 26. November im Rathaus und dann auch dort von den Plänen für den Wasen…

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