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Widerliche Lobhudelei

20.04.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bernd Köster, Esslingen. Dass man über Tote nichts Schlechtes sagen sollte, ist zwar eine landläufig verbreitete Meinung, ihr Sinn jedoch ist in Frage zu stellen. Wenn einer sich zu Lebzeiten so schwer schuldig gemacht hat wie Filbinger, so ist er durch den Tod keinesfalls posthum zu einem anständigen Menschen reingewaschen. Aus einem Filbinger mit brauner, unrechtsstaatlicher mörderischer Vergangenheit wird durch den Tod kein Filbinger in weißer Weste!

Hans Filbinger, als Marinerichter und Ankläger für den Tod mehrerer Menschen in den letzten Kriegstagen verantwortlich das Urteil gegen Walter Gröger war nun einmal von Filbinger unterzeichnet , musste 1978 als Ministerpräsident zu Recht zurücktreten. Er hat für seine Mittäterschaft an nationalsozialistischer Willkürjustiz keine Sekunde seines Lebens büßen müssen, ist in Freiheit und Wohlstand über 93 Jahre alt geworden. Er hatte darüber hinaus die Möglichkeit, sein krudes, rechtes Gedankengut weiterhin in der von ihm gegründeten für rechtsextreme Umtriebe bekannten Akademie Weikersheim zu verbreiten. Seine Begründung für die von ihm zu verantwortenden Todesurteile (Was damals Recht war, kann heute kein Unrecht sein) macht deutlich, dass Herr Filbinger ein unbelehrbarer Ewiggestriger war.

Die widerliche Lobhudelei Filbingers durch Ministerpräsident Oettinger ist eine Schande für die Bundesrepublik Deutschland und Baden-Württemberg. Eine halbherzige Entschuldigung reicht hier nicht aus! Jemand, der sich derart vergaloppiert hat, hat seine Tauglichkeit für das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg eindrucksvoll widerlegt. Dieser Mann hat Konsequenzen zu ziehen und sollte als Ministerpräsident zurücktreten, da er alle Anständigen und vor allem die Opfer der Hitler-Barbarei mit dieser Trauerrede verhöhnt und verletzt hat.

Wie schrieb Bertolt Brecht in der Kriegsfibel? Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!

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